tropenwald_bras_carajas_150Berlin (epo.de). - Innerhalb eines Jahres sind weltweit rund 13 Millionen Hektar Wald verschwunden, hauptsächlich in den artenreichen Tropen. Zu diesem Fazit kommt die Umweltstiftung WWF anlässlich des Tages der Tropenwälder am 14. September. Ursachen der Waldverluste seien Waldbrände, der illegale Holzeinschlag und die Umwandlung von Wald in Ackerflächen, erklärte WWF-Experte Markus Radday am Montag.

Damit gehen im Minutentakt wichtige Lebensräume für Pflanzen und Tiere wie Orang-Utans und Elefanten verloren. Mit jedem Baum verschwinde außerdem ein Klimaschützer, so der WWF: "Bäume sind Kohlenstoffspeicher. Sie wandeln das Klimagas Kohlendioxid in Kohlenstoff um und binden es in ihrer Biomasse, tropische Bäume besonders viel. Deshalb sind wir auf den Schutz der Wälder angewiesen."

Sämtliche Ökosysteme der Landoberfläche nehmen Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf. Die Tropen sind dabei wahre Klimakünstler. Berechnungen des WWF zufolge speichert ein einzelner großer Urwaldbaum etwa so viel Kohlendioxid, wie ein Auto auf einer Strecke von 50.000 Kilometern verursacht. Der in den tropischen Torfwäldern Indonesiens gelagerte Kohlenstoff würde bei seiner Freisetzung etwa zehntausendmal so viel CO2 erzeugen, wie Berlin in einem Jahr ausstößt.

Die Tropenregionen sind aus der Sicht des WWF der weltweite Brennpunkt der Waldzerstörung. Über 90 Prozent der jährlichen Entwaldung finden dort statt. Aber auch in den gemäßigten und nördlichen Breiten geraten Wälder immer mehr unter Druck. So leiden die Wälder in Russland, dem Land mit den drittgrößten Urwaldflächen, unter massiven Bränden. In diesem Jahr habe eine gefährliche Mischung aus Fahrlässigkeit, fehlender Vorsorge und krimineller Energie Russland einen Feuersommer bislang ungeahnten Ausmaßes beschert, bilanzierte der WWF.

In Zeiten des Klimawandels müsse der Waldschutz weltweit ausgeweitet werden, fordert der WWF. "Es müssen mehr Schutzgebiete her, vor allem aber brauchen die Entwicklungsländer finanzielle Anreize, ihre fürs Weltklima wichtigen Wälder zu erhalten. Auf internationaler Ebene drängt der WWF daher auf die schnelle Einigung auf ein Verfahren zur Entschädigung der großen Waldnationen für den Erhalt ihrer Wälder im Rahmen des REDD-Mechanismus ('REDD - Reduced Emissions from deforestation and forest degradation'). Außerdem müssen wir denjenigen, die Wälder illegal abholzen, den Hahn zudrehen." Dafür brauche es ein starkes europäisches Holzhandelsgesetz, das der EU-Ministerrat im Herbst verabschieden will. Das Gesetz sieht ein Verbot der Einfuhr von Holz und Holzprodukten aus illegalen Quellen nach Europa vor.

www.wwf.de

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