bmz_100La Paz (epo.de). - Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) hat zum Auftakt seiner Südamerikareise Bolivien besucht. Im Mittelpunkt des Aufenthalts in La Paz standen politische Gespräche mit dem bolivianischen Staatspräsident Evo Morales sowie mit weiteren Vertreterinnen und Vertretern der bolivianischen Regierung, der Opposition und der Wirtschaft. Darüber hinaus besichtigte Niebel Projekte der deutsch-bolivianischen Entwicklungszusammenarbeit.

Ziel der Reise nach Bolivien war es nach Angaben des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), sich vor Ort einen Eindruck vom gegenwärtigen Transformationsprozess zu verschaffen, den das Land seit Verabschiedung der neuen Verfassung Anfang 2009 durchläuft. "Ich habe meinen Gesprächspartnern zum Ausdruck gebracht, dass es aus unserer Sicht wichtig ist, dass die eingeleiteten Veränderungsprozesse friedlich und unter Beachtung demokratischer, rechtsstaatlicher und menschenrechtlicher Prinzipien verlaufen", sagte Niebel.

Sorge bereite ihm die vermehrte Verstaatlichung von Unternehmen, welche ein weiteres zentrales Thema der Gespräche gewesen sei, so Niebel. Dies gefährde die zur Armutsreduktion notwendigen Direktinvestitionen. Niebel informierte sich über die Pläne der Regierung, die Armut im Land weiter zu reduzieren. "Ziel unserer Entwicklungszusammenarbeit mit Bolivien ist es, das Land bei der Bekämpfung der extremen Armut zu unterstützen", betonte Niebel.

Ein besonderes Augenmerk galt dem BMZ zufolge auch dem Thema Anpassung an den Klimawandel. Durch die Schmelze der Andengletscher und ausgeprägte Dürreperioden ist der Klimawandel in Bolivien bereits heute deutlich sichtbar, mit negativen Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung und die Landwirtschaft sowie insbesondere auf die Nahrungsmittelproduktion. "Die Verschlechterung der landwirtschaftlichen Produktionsbedingungen und die zunehmende Wasserknappheit verschärfen die Armutsproblematik", sagte Niebel. "Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Bolivien dabei, Maßnahmen zum Wasserschutz und zur effizienteren Nutzung der Wasserressourcen zu ergreifen. Hiermit wollen wir langfristig einen Beitrag zur Trinkwasserversorgung und zur Ernährungssicherung leisten."

In Bolivien, dem ärmsten Andenland, engagiert sich die deutsche Entwicklungszusammenarbeit schwerpunktmäßig in der Förderung von Staat und Demokratie, in der Verbesserung der Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, in der Landwirtschaft sowie im Naturressourcenschutz. Bei den letzten bilateralen Regierungsverhandlungen im Jahr 2009 sagte Deutschland Bolivien 62 Millionen Euro für neue Entwicklungsprojekte zu.  

Entwicklungsminister Niebel reiste am Dienstag nach Peru weiter. Zentrale Themen des Besuches in Peru sind Dezentralisierung und Gute Regierungsführung, alternative Entwicklung zum Drogenanbau, ländliche Entwicklung und Ressourcenschutz sowie Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft. Auch ein Gespräch mit Präsident Alan Garcia steht auf dem Programm.

www.bmz.de

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