DEDBonn (epo). - Der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) hatte im Jahr 2004 rund 1.000 Fachkräfte in 43 Entwicklungsländern weltweit im Einsatz. Regionaler Schwerpunkt war mit der Hälfte der Einsätze weiterhin Afrika, 28 Prozent der Entwicklungshelfer sind in Asien aktiv, 22 Prozent in Lateinamerika. Insgesamt standen dem DED im Jahr 2004 knapp 83 Millionen Euro zur Verfügung, davon waren 13 Millionen Projektmittel für den Zivilen Friedensdienst. Diese Zahlen stellten Uwe Runge, Vorsitzender des DED-Verwaltungsrates, und DED-Geschäftsführer Jürgen Wilhelm in Bonn vor. Vor allem im Nahen Osten und in Äthiopien will der DED sein Engagement verstärken.

Um ihre Aktivitäten wirkungsvoller und den Einsatz der Mittel effizienter zu gestalten, stimmen sich die Akteure der Entwicklungszusammenarbeit verstärkt untereinander, mit internationalen Gebern und den Partnerländern ab. Knapp 40 Prozent der Fachkräfte des DED sind in Kooperationen tätig. Der DED bindet sein Engagement bei Partnerorganisationen zunehmend in Programme der Internationalen Entwicklungszusammenarbeit und der Partnerländer ein. "Wir begrüßen diese Tendenz, denn für die Regierungen der Partnerländer ist es einfacher, mit einer Organisation zu verhandeln, die ein Programm koordiniert, als mit beispielsweise zehn beteiligten Einzelorganisationen. Außerdem können sie so mehr Verantwortung für die Entwicklung ihres Landes übernehmen, was ganz im Sinne der UNO-Millenniumserklärung ist", erklärte Runge.

Wilhelm informierte darüber, dass der DED noch in diesem Jahr seine Arbeit in Syrien aufnehmen wird. Er wird sich dort mit bis zu sechs Fachkräften in der Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung engagieren. "Syrien ist auf dem Weg der Modernisierung und Liberalisierung und öffnet sich Richtung Westen. Diese positiven Ansätze müssen durch einen gemeinsamen Einsatz auch für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes gestärkt werden", so Wilhelm.

In Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beabsichtigt der DED, auch in Haiti - einem potenziellen Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit - tätig zu werden. Mit bis zu fünf Fachkräften wird er sich ab Ende des Jahres in der Demokratieförderung engagieren.

Die äthiopische Regierung hat ihre Zusammenarbeit mit Deutschland auf ein Wirtschaftsentwicklungsprogramm konzentriert. Mehr als 500 deutsche Fachkräfte sollen in den kommenden drei Jahren daran mitwirken, den privaten Sektor und die ihn unterstützenden Institutionen in Äthiopien umfassend zu modernisieren. 33 DED-Fachkräfte sollen ein bedarfsgerechtes Berufsbildungssystem aufbauen und Klein- sowie Kleinstunternehmer qualifizieren und beraten. Etwa die Hälfte der Entwicklungshelfer wird aus dem äthiopischen Staatshaushalt finanziert, die übrigen aus dem deutschen Entwicklungshaushalt.

Innerhalb einer Public-Private-Partnerschaft (PPP) unterstützt der DED gemeinsam mit dem Flower Label Program (FLP) eine Initiative ecuadorianischer Blumenproduzenten, zertifizierte Rosen zu produzieren und zu vermarkten. Bei FLP-zertifizierten Betrieben sind unter anderem Kinderarbeit und der Einsatz hochgiftiger Pestizide verboten. "Die Förderung zertifizierter Betriebe trägt dazu bei, sozial und ökologisch verträgliche Arbeitsplätze zu schaffen", erklärte Wilhelm. Inzwischen seien bereits 43 Farmen zertifiziert, acht weitere signalisierten ihr Interesse.

Eine neuere Form der Kooperation ist der Personalaustausch (PEP). Nachdem britische Organisationen sehr positive Erfahrungen damit gemacht hätten, arbeite der DED zurzeit gemeinsam mit GTZ und der Arbeitsgemeinschaft Entwicklungspolitik der Deutschen Wirtschaft an einem auf deutsche Unternehmen zugeschnittenen Modell. Geplant sei, dass die Firmen ihr Personal für etwa drei Monate zu Projekten in Entwicklungsländern entsenden, für deren Planung und Management GTZ oder DED verantwortlich sind.

Die Entwicklungsprojekte gewännen dabei Personal, das ihnen sonst kaum zugänglich wäre und das befristet für spezifische Aufgaben eingesetzt werden könne, so der DED. Die Wirtschaft profitiere unter anderem durch die Erweiterung der Kenntnisse ihrer Mitarbeiter hinsichtlich Sprach- und  interkultureller Kompetenz oder Projektmanagement-Erfahrungen unter erschwerten Bedingungen. "Deutschland ist mit seinen weltmarktorientierten Unternehmen und seinen international in den verschiedensten Sektoren aktiven Entwicklungsorganisationen geradezu prädestiniert für eine solche Zusammenarbeit", kommentierte Wilhelm. Erste Unternehmen hätten bereits Interesse an einer Partnerschaft bekundet.

Weiteren entwicklungspolitischen Fragen stellen sich der DED-Geschäftsführer Jürgen Wilhelm und G?rard Daraspe, DED-Landesdirektor in Mali, von 14.30 Uhr bis 15.30 Uhr  im Nord-Süd-Chat unter http://www.epo.de/chat.

DED


Back to Top
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok