wfpDakar. - Das UN World Food Programm (WFP) plant, in den kommenden Tagen zehntausende Binnenvertriebene in der Elfenbeinküste sowie ivorische Flüchtlinge im angrenzenden Liberia mit Nothilfe über einen Luftkorridor zu unterstützen. "Wir müssen einen humanitären Korridor zu den vielen Ivorern einrichten, die Opfer der gewalttätigen Auseinandersetzungen geworden sind. Es fehlt an Nahrungsmitteln, Wasser und anderen lebenswichtigen Gütern", sagte Josette Sheeran, Exekutivdirektorin des WFP.

Das WFP fliegt diese Woche Nahrungsmittel aus dem Niger und Mali nach Man im Westen der Elfenbeinküste und nach Monrovia in Liberia. Die Flüge sind Teil des geplanten Transports von insgesamt 15.000 Tonnen Getreide, Speiseöl und anderen Nahrungsmitteln. "Die sich verschlechternde Sicherheitslage, einhergehend mit Schwierigkeiten beim lokalen Ankauf, erschwert die problematischen Logistikbedingungen noch zusätzlich. Ein Luftkorridor ist zum aktuellen Zeitpunkt die beste Strategie", sagte Sheeran.

Weitere Hilfslieferungen wurden über den Luftweg aus Dubai und Accra organisiert. Darunter sind angereicherte Energiekekse sowie Fahrzeuge und Telekommunikationsmaterial. Außerdem plant das WFP, für humanitäre Helfer Passagierflüge nach Bouaké und Man einzurichten, da einige humanitäre Organisationen ihre Operationen dorthin verlegt haben. Als führende Organisation der internationalen Gemeinschaft im Bereich Logistik koordiniert das WFP den UN Humanitarian Air Service (UNHAS) für die gesamte humanitäre Gemeinschaft. Das WFP prüft momentan den Gebrauch eines Frachtschiffes für den Transport von weiteren Hilfsgütern zwischen den Ländern der Region.

Trotz der angespannten Sicherheitslage und des Mangels an humanitären Korridoren konnte das WFP nach eigenen Angaben 85 Tonnen Nahrungsmittel transportieren und an 27.500 Vertriebene in Duekoué im Westen der Elfenbeinküste verteilen. Außerdem sind im Laufe dieser Woche Nahrungsmittelverteilungen für 30.000 Flüchtlinge in der Region Danané geplant. Im Norden des Landes, etwa Bouaké, Bouna, Tiébissou und Korhogo, unterstützt WFP 20.000 Vertriebene mit Monatsrationen.

Mehr als 130.000 Ivorer sind seit Dezember 2010 nach Liberia geflüchtet. Das WFP hat in den abgelegenen und schwer zugänglichen Gebieten des Landes eine Operation mit großen logistischen Herausforderungen gestartet, die mit Beginn der Regensaison durch schlechte Straßen und Brücken erschwert wird. Das WFP rechnet damit, dass in Liberia 150.000 ivorische Flüchtlinge und 36.000 liberianische Gastfamilien mit 25.000 Tonnen Nahrungsmitteln unterstützt werden müssen.

Im Zuge der dramatischen Entwicklungen der letzten Tage ist die Notoperation des WFP mit einem finanziellen Defizit konfrontiert. Es fehlen 16,7 Millionen US-Dollar (52 Prozent) in Liberia und 4,5 Millionen US-Dollar (28 Prozent) in der Elfenbeinküste. Außerdem fehlen für den Ausbau der Telekommunikation und Logistik für die gesamte humanitäre Gemeinschaft 2,5 Millionen US-Dollar.

"Um den Betroffenen auf beiden Seiten der Grenze helfen zu können, ist der Bedarf an Unterstützung durch die Geberländer immens", so Thomas Yanga, Regionaldirektor des WFP für Westafrika. "Wir befürchten, dass zusätzliche Hilfe nötig sein wird, da sich die humanitäre Situation zusehends verschlechtert."

www.wfp.org

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