wfp_100Rom. - Das UN World Food Programme (WFP) hat eine Nothilfeoperation in der Demokratischen Volksrepublik Korea gestartet. Rund 3,5 Millionen Menschen in Nordkorea, die unter schwerem Hunger leiden, benötigten Ernährungshilfe, teilte das WFP am Freitag in Rom mit. Die Zahl der bedürftigen Menschen wurde in einer aktuellen Studie mehrerer internationaler Organisationen ermittelt.

Vor allem Frauen und Kinder seien dringend auf Ernährungshilfe angewiesen, berichtete das WFP. Die Operation werde hohen Standards von Überwachung und Kontrolle unterliegen, um sicher zu stellen, dass die Nahrungsmittel auch bei den Bedürftigsten im Lande ankommen. Das jüngste Rapid Food Security Assessment, welches das WFP geleitet hat, kam zu dem Schluss, dass der Gesundheitszustand vieler Nordkoreaner, die ohnehin kaum genug zu essen haben, sich aufgrund der Nahrungsmittelknappheit extrem verschlechtert habe.

"Wir befinden uns in einem entscheidenden Zeitfenster, um Hilfsgüter in das Land zu bringen und Millionen hungernder Menschen zu erreichen", sagte der stellvertretende Direktor und Leiter der WFP-Operationen, Amir Abdulla. "Unser Hauptanliegen gilt denen, die besonders anfällig für Einschnitte im Nahrungsmittelangebot sind - Kinder, Mütter, ältere Menschen und große Familien."

Ein harter Winter, Getreideverluste und unzureichende Mittel, um Getreide aus dem Ausland zu importieren, machen Nordkorea besonders anfällig für Nahrungsmittelknappheit. Obwohl die akute Mangelernährung formal noch kein Krisenlevel erreicht habe, bedeute die weit verbreitete chronische Mangelernährung in Nordkorea, dass jeder substantielle Einschnitt in der Nahrungsaufnahme der Menschen die Situation sehr schnell verschlimmere, so das WFP. Die Nahrungsmittelrationen der Regierung deckten momentan nur etwa die Hälfte des täglichen Bedarfs ab. Familien reduzierten daher bereits die Größe und Anzahl der Mahlzeiten.

Die neue Operation ist laut WFP an eine Vielzahl rigoroser Überwachungsbedingungen geknüpft, welche mit den nordkoreanischen Behörden abgesprochen sind. Mehr als 400 Inspektionen internationaler WFP-Mitarbeiter sollen monatlich stattfinden. Diese müssen 24 Stunden vorher angekündigt werden und beinhalten den Zugang zu ländlichen Märkten.

Da Nahrungsmittel dringend benötigt werden, versucht das WFP viele davon in den Nachbarländern einzukaufen und Häfen und Bahnhöfe in der Nähe der Gebiete zu nutzen, die besonders auf die Hilfe angewiesen sind. Die Nothilfeoperation ist für ein Jahr geplant und soll rund 200 Millionen US-Dollar kosten.

www.wfp.org/de

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