gavi_100Genf. - Eine Rekordzahl von 50 GAVI-förderberechtigen Ländern haben in der jüngsten Bewerbungsrunde die Finanzierung von Impfungen beantragt. Das teilten Sprecher der GAVI Alliance am Freitag in Genf mit. Die Anzahl der Anträge sei doppelt so hoch wie ein früherer Höchststand im Jahr 2007, als 27 Länder GAVIs Unterstützung bei der Einführung von Impfungen anfragten.

Die erhöhte Nachfrage unterstreicht GAVI zufolge, dass Entwicklungsländer immer stärker bereit sind, ihre Programme zu Routineimpfungen auszubauen und neue Impfungen einzuführen, um so das Leben von Kindern zu retten und sie vor Krankheit und Behinderung zu schützen. Entwicklungsländer konnten sich um Unterstützung bei der Einführung des Fünffachimpfstoffs sowie für Impfungen gegen Pneumokokken, Rotavirus, Hirnhautentzündung A (Meningitis A), Gelbfieber und Masern (2. Dosis) bewerben.

Bei den 75 abgegebenen Anträgen konzentrierte sich die Nachfrage auf die Impfungen, die vor den beiden Haupttodesursachen von Kindern schützen: Lungenentzündung und Durchfallerkrankungen. Lungenentzündung und durch den Rotavirus verursachte Durchfallerkrankungen kosten jedes Jahr mehr als eine Millionen Kinder unter fünf Jahren das Leben; sie sind mit Abstand die größten Todesursachen bei Kindern. 

"Wenn wir es schaffen, ausreichende Mittel für die Anträge aufzubringen und die Länder im Kampf gegen die tödlichen Krankheiten zu unterstützen, können wir das Leben von Millionen von Kindern positiv beeinflussen", sagte Helen Evans, Interim-Geschäftsführerin der GAVI Alliance.

GAVI hatte bereits vorher zugesagt, finanzielle und technische Unterstützung bei der Einführung der Impfstoffe gegen Pneumokokken und Rotavirus in 19 bzw. 5 Ländern zu leisten. GAVIs erste Geberkonferenz findet am 13. Juni in London statt. Dort sollen die notwendigen Mittel aufgebracht werden, um die Nachfrage aus den Ländern bedienen und GAVIs ehrgeiziges Ziel, bis 2015 knapp eine Viertelmilliarde Kinder zu impfen, erreichen zu können.

Im Antragsprozess müssen die Länder sich verpflichten, den Kauf von Impfstoffen durch einen eigenen Beitrag mitzufinanzieren, worauf immer mehr Entwicklungsländer positiv reagieren. Im Jahr 2010 haben zehn Länder ihre Verpflichtung übererfüllt und mehr bezahlt als vereinbart. GAVI erwartet, dass sich die Kofinanzierung durch die Entwicklungsländer bis 2015 im Vergleich zum heutigen Stand auf 100 Millionen US-Dollar verdreifachen wird.

"Das große Engagement der Entwicklungsländer bei der Einführung von Impfungen zusammen mit der starken Unterstützung durch die Geber wird uns ein großes Stück voranbringen, unsere Ziele zu erreichen und Kinderleben zu retten", sagte Margaret Chan, Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation WHO. "Jedes Kind verdient den Schutz mit dem Besten, was die Wissenschaft zu bieten hat", sagte sie.

Die umfangreichsten Bewerbungen kommen aus Ghana und Haiti, die vier bzw. drei Impfstoffe beantragt haben. GAVI hat zudem Bewerbungen aus Somalia und Afghanistan erhalten; die Demokratische Republik Timor-Leste (Osttimor) reichte die erste Bewerbung seit ihrer Unabhängigkeit 2002 ein.

Vier Länder – Benin, Ghana, Senegal und Sudan – beantragten die Unterstützung für eine neue Impfung gegen Meningitis A (Hirnhautentzündung), MenAfriVac. Sie schließen sich damit sechs Ländern an, für die eine Unterstützung bereits zugesagt wurde. Die Impfung wurde erstmals im Dezember in Burkina Faso, Tschad und Niger eingeführt.

Die GAVI Alliance ist eine öffentlich-private Partnerschaft, die sich dafür einsetzt, das Leben von Kindern zu retten und die Gesundheit der Menschen zu schützen - durch den vereinfachten Zugang zu Impfungen und die Stärkung von Gesundheitssystemen. GAVI vereint alle wichtigen Akteure, die dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen: Regierungen von Entwicklungs- und Geberländern, die WHO, UNICEF, die Weltbank, Impfstoffhersteller in Industrie- und Entwicklungsländern, Forschungsinstitute, die Zivilgesellschaft, die Bill & Melinda Gates Stiftung sowie weitere private Geber. Die deutsche Bundesregierung unterstützt die Arbeit der GAVI Alliance seit 2006. Sie erhöhte ihre Beiträge von 4 Millionen im Jahr 2010 auf 20 Millionen Euro im Jahr 2011. Für 2012 kündigte Deutschland eine Steigerung auf 30 Millionen Euro an.

Seit ihrer Gründung 2000 hat GAVI nach eigenen Angaben die Impfung von 288 Millionen Kindern finanziert und damit dazu beigetragen, über 5 Millionen vorzeitige Todesfälle bei Kindern unter 5 Jahren zu verhindern.

www.gavialliance.org

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