gavi_100Genf. - Die Zahl der Infektionen, die durch die mehrfache Verwendung von Spritzen bei Impfungen verursacht werden, ist in Subsahara-Afrika praktisch auf Null gesunken. Das geht aus einer Studie hervor, die in der Beilage der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Journal of Infectious Diseases" veröffentlicht wurde. Die Masern-Initiative (Measles Initiative) und die GAVI Alliance führen den Erfolg auf gute Aufklärungsarbeit und die Bereitstellung sicherer Spritzbestecke, darunter selbstblockierende Einmalspritzen, zurück.

Selbstblockierende Einmalspritzen verhindern die gefährliche Mehrfachverwendung, indem sie nach einmaliger Benutzung automatisch blockieren und somit nicht wieder verwendet werden können. "Der Einsatz selbstblockierender Einmalspritzen ist der beste Weg, um zu garantieren, dass Kinder sicher geimpft und nicht dem Risiko gesetzt werden, sich durch verunreinigte Bestecke mit einer Infektion anzustecken", sagte Edward Hoekstra, leitender Gesundheitsexperte bei UNICEF und Hauptautor der Studie. "Dies ist ein ermutigender Schritt auf dem Weg zu hohen Gesundheitsstandards in einigen der ärmsten Länder."

Laut der Studie ist die flächendeckende Einführung dieser Spritzen in Impfprogrammen in Entwicklungsländern auf das erhöhte Bewusstsein für die Risiken durch mehrfach verwendete Spritzen, auf große Kampagnen gegen Masern und auf die Unterstützung durch GAVI zurückzuführen. Seit 1999 forderten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) Verbesserungen der Standards beim Injektionsschutz. Die internationale Gemeinschaft für globale Gesundheit setzte sich ebenso dafür ein, ausschließlich selbstblockierende Spritzen bei Impfungen zu verwenden.

2000 wurden weltweit etwa 39 Prozent aller gesundheitsbezogenen Injektionen mit wiederverwendeten Einwegbestecken oder mangelhaft sterilisierten Spritzen durchgeführt. Schätzungen zufolge infizierten sich auf diese Weise rund 23 Millionen Menschen mit Hepatitis B, Hepatitis C oder dem HI-Virus (HIV).

Vor diesem Hintergrund startete 2001 die Masern-Initiative groß angelegte, landesweite Masernkampagnen in Subsahara-Afrika und in anderen betroffenen Regionen in der ganzen Welt. Die Masern-Initiative – eine Partnerschaft des Amerikanischen Roten Kreuzes, der United Nations Foundation, UNICEF, den U.S.-amerikanischen Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention (U.S. Centers for Disease Control and Prevention) und der WHO – forderte, in all ihren Kampagnen sicheres Injektionsmaterial zu verwenden, inklusive selbstblockierender Einmalspritzen. Bei den Masern-Kampagnen in Subsahara-Afrika wurden von 2001 bis 2008 insgesamt 263 Millionen Kinder mit den sicheren Spritzen geimpft. 2002 stellte GAVI darüber hinaus Geldmittel für 35 der 39 afrikanischen Länder südlich der Sahara bereit, um so den Injektionsschutz bei Routineimpfungen zu unterstützen.

"Jedes Jahr verhindert der ausschließliche Gebrauch von selbstblockierenden Einmalspritzen mehr als eine Million Infektionen", sagte Helen Evans, Interim-Geschäftsführerin der GAVI Alliance. "Die gezielte Finanzierung, verbunden mit Aufklärungs- und Ausbildungsinitiativen, hat nicht nur die Kinder heute vor Masern und anderen ansteckenden Krankheiten geschützt, sondern das Verhalten nachhaltig verändert, so dass auch kommende Generationen davon profitieren werden."

Die gemeinsame Anstrengung der Masern-Initiative und der GAVI Alliance sei für diese Entwicklung maßgeblich gewesen, heiß es in dem Bericht. Die Nachfrage nach selbstblockierenden Spritzen sei erheblich angestiegen: die Anzahl der von UNICEF eingekauften Spritzen erhöhte sich von elf Millionen im Jahr 1997 auf 927 Millionen 2006. Zwischen 2001 und 2010 hat die Masern-Initiative die Impfungen von weltweit mehr als 900 Millionen Menschen unterstützt und Gesundheitspersonal in mehr als 60 Ländern im Umgang mit der neuen Spritze geschult.

Die GAVI Alliance ist eine öffentlich-private Partnerschaft, die sich dafür einsetzt, die Leben von Kindern zu retten und die Gesundheit der Menschen zu schützen – durch den vereinfachten Zugang zu Impfungen und die Stärkung von Gesundheitssystemen. Seit ihrer Gründung im Jahr 2000 hat GAVI nach eigenen Angaben die Impfung von 288 Millionen Kindern finanziert und damit dazu beigetragen, über fünf Millionen vorzeitige Todesfälle zu verhindern.

Foto: GAVI Alliance

www.gavialliance.org
www.measlesinitiative.org

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