inkotaBerlin. - Pünktlich zur Berliner Fashion Week haben INKOTA und das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) eine Kampagne gegen Zwangs- und Kinderarbeit in der Baumwoll-Industrie gestartet. Verbraucher sollen die Bundesregierung auffordern, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die staatlich organisierte Zwangsarbeit in Usbekistan zu beenden.

Mit einer Video-Kampagne und dem Kurzfilm "Cotton Dreams", einer Produktion von "ecofilm nachhaltige Filmproduktion", wollen die nichtstaatlichen Organisationen auf die Missstände aufmerksam machen. Sie fordern VerbraucherInnen und Einzelhändler zum Handeln auf, um sicherzustellen, dass ihre Kleidung kein Produkt von Zwangs- und Kinderarbeit ist.

Jedes Jahr ab Oktober, so INKOTA und ECCHR, werden mehr als eine Millionen Kinder und Erwachsene vom usbekischen Staat, einem der repressivsten Regime der Welt, in die Baumwollfelder geschickt, wo sie wochenlang unter prekären Bedingungen Baumwolle pflücken müssen. Die Schulen bleiben dann über Wochen geschlossen. Widersetzen sich die Menschen den Anordnungen, drohen ihnen Geldbußen, riskieren sie sowohl ihren Job als auch Renten- und Kindergeldansprüche.

Die mit der Baumwolle erwirtschafteten Gewinne kommen nach Angaben der NGOs weder den Bauern noch denjenigen zugute, die zwangsweise und unter menschenunwürdigen Bedingungen in der Ernte arbeiten. Ein erheblicher Teil der erwirtschafteten Profite fließe in die Taschen der Eliten rund um die korrupte usbekische Regierung.

Ein Großteil der in Usbekistan geernteten Baumwolle gelange unter anderem in modischer Kleidung direkt oder über den asiatischen Markt nach Europa und damit nach Deutschland. VerbraucherInnen in Deutschland müssten daher davon ausgehen, dass auch ihre Textilien direktes Produkt moderner Sklaverei sind.

Am Mittwoch (16. Januar) um 16 Uhr laden das ECCHR und INKOTA im Rahmen der Ethical Fashion Show Berlin zur Podiumsdiskussion "Responsible Sourcing" ein und präsentieren den Kurzfilm "Cotton Dreams". Zu Gast sind Umida Niyazova, Uzbek-German Forum for Human Rights; Claudia Kersten, Global Organic Textile Standard und Berndt Hinzmann, INKOTA-Referent der Kampagne für Saubere Kleidung. Die Veranstaltung findet im ewerk, Wilhelmstraße 43, in Berlin-Mitte statt.

Video "Cotton Dreams": http://bit.ly/WVOBfo
www.cottoncampaign.org


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