rweKöln. - Ein Bündnis von Umwelt- und Menschenrechts-Organisationen, Bürgerinitiativen und Kritischen Aktionären hat die RWE AG aufgefordert, die Energiewende nicht länger zu blockieren. Die Kohleabhängigkeit wirke sich nicht nur verheerend auf Umwelt und Gesellschaft aus, sondern habe zudem zum ökonomischen Desaster des Konzerns beigetragen, teilte der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre am Dienstag in Köln mit.

"RWE hält weiterhin an der Braunkohle fest, obwohl diese der klimaschädlichste Brennstoff überhaupt ist", sagte Heffa Schücking, Geschäftsführerin von urgewald. "Allein 2012 sind in Neurath zwei neue Braunkohlekraftwerksblöcke ans Netz gegangen, die bis mindestens 2045 betrieben werden sollen. Das Unternehmen bleibt durch solche Investitionen der größte CO2-Emittent Europas und ein Bremsklotz für die Energiewende."

Markus Dufner, Geschäftsführer des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, wies auf die negativen Folgen für RWE selbst hin: "Seit Jahren plädieren wir für einen zügigen Umbau des Konzerns hin zu erneuerbaren Energien. Trotz der Warnungen hat RWE die Zeichen der Zeit verschlafen und muss nun die Zeche zahlen. Bei einem Nettoverlust von fast 2,8 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2013 und einer Unternehmensverschuldung von 35 Milliarden Euro dürfte eigentlich überhaupt keine Dividende ausgeschüttet werden. Weil dann aber die Situation vieler Kommunen, die die Dividende in ihren Etats schon fest eingeplant haben, noch schwieriger würde."

"Seit Jahrzehnten protestieren AnwohnerInnen und Umweltverbände gegen Erweiterungen von Tagebauen oder Kraftwerken", erklärte Carmen Bömsch von der Initiative "Hambacher Forst bleibt!". Zu ihnen seien in den letzten Jahren viele Menschen hinzugekommen, die sich gegen die immensen CO2-Emissionen und für eine klimagerechte Zukunft einsetzen. "RWE muss sich diesem legitimen Protest stellen anstatt mit Repression und Kriminalisierung zu antworten", forderte Bömsch. "Wenn von einem Energieträger eine so große Gefahr für Umwelt und Gesundheit ausgeht, wie es bei der Braunkohle der Fall ist, muss das diktierte Schweigen gebrochen werden."

Auch die Steinkohleimporte des Unternehmens bleiben nach Dafürhalten der NGOs problematisch. Für seine Kraftwerke führe RWE Steinkohle größtenteils aus Kolumbien, den USA und Russland ein und übernehme keinerlei Verantwortung für die Auswirkungen vor Ort auf Mensch und Natur. Vor einem Jahr habe RWE behauptet, keine Geschäftsbeziehungen zu dem Unternehmen Drummond mehr zu haben. Dem US-Unternehmen wird vorgeworfen, in die Ermordung von Gewerkschaftern und die Finanzierung paramilitärischer Einheiten in Kolumbien verwickelt gewesen zu sein. "Fakt ist, dass RWE den Kauf von Drummond-Kohle aktuell nicht ausschließen kann. Der Konzern muss die eigenen Vorgaben zu Unternehmensverantwortung ernst nehmen und den Bezug – direkt oder über Zwischenhändler – aussetzen, bis alle Vorwürfe zweifelsfrei aufgeklärt und die Opfer angemessen entschädigt worden sind", so Sebastian Rötters von der Organisation PowerShift.

Mit einer viertägigen Fahrradtour unter dem Motto "Klima retten statt RWE!" demonstriert das Bündnis seine Solidarität mit vom Kohleabbau betroffenen Menschen. Die Tour startet am 12. April in Köln (11 Uhr am Hans-Böckler-Platz) und führt über das Rheinische Braunkohlerevier und Düsseldorf bis zur RWE-Hauptversammlung nach Essen. Zahlreiche Gruppen und Initiativen – darunter Gäste aus Kohleabbauregionen, aus denen RWE seine Kohle bezieht – haben zugesagt, die Fahrradtour zu unterstützen.

Quelle: www.kritischeaktionaere.de

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