Weltwirtschaft

Berlin. - Der Ethikverband der deutschen Wirtschaft (EVW) hat gefordert, die Bundesregierung solle ihre Pläne für ein Lieferkettengesetz aufgeben. "Mit diesem Gesetz tragen wir am anderen Ende der Welt zu Ausgrenzung, Ungerechtigkeit und Armut bei", sagte die Präsidentin des Verbandes, Irina Kummert. Ein solches Gesetz sei wirkungslos und unmoralisch und zeuge lediglich von einem überheblichen "Moralimperialismus" westlicher "Gutmenschen".

planHamburg. - Globale Lieferketten gehen mit schweren Menschenrechtsverletzungen einher, die Kindern und Jugendlichen weltweit die Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft nehmen. Die Corona-Pandemie zeigt, wie anfällig Lieferketten sind, wenn sie nicht nachhaltig ausgestaltet sind: Große Konzerne stornieren Aufträge und entlassen somit die ArbeiterInnen und ihre Familien in den Produktionsländern in die Armut. Der Jugendbeirat der Kinderrechtsorganisation Plan International Deutschland appellierte jetzt in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem Widerstand der Wirtschaftsverbände nicht nachzugeben und sich für ein Lieferkettengesetz noch in dieser Legislaturperiode stark zu machen.

misereorAachen. - In einer gemeinsamen Erklärung haben mehr als 110 Bischöfe aus aller Welt ihre Regierungen aufgefordert, Unternehmen zur Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards zu verpflichten. "Wenn Unternehmen zur Verschmutzung von Böden, Luft und Grundwasser, zu Menschenrechtsverletzungen oder Kinderarbeit beitragen, müssen sie dafür zur Verantwortung gezogen werden. Betroffenen muss der Zugang zu wirksamen Rechtsmitteln erleichtert werden", forderte der für MISEREOR zuständige Freiburger Erzbischof Stephan Burger, der neben dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, dem Limburger Bischof Georg Bätzing, zu den Unterzeichnern des internationalen Appells gehört.

germanwatch 150Berlin. - Die Menschenrechts- und Umweltorganisation Germanwatch hat die Ankündigung von Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) und Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) begrüßt, noch in dieser Legislaturperiode ein nationales Lieferkettengesetz zu verabschieden. Anlass war das erneut schlechte Abschneiden der deutschen Unternehmen bei einer Befragung zur Achtung der Menschenrechte in ihren globalen Geschäftsbeziehungen.

oxfamBerlin. - Oxfams Supermarkt-Check zeigt: Menschenrechte spielen für Supermärkte weiterhin eine Nebenrolle. Im dritten Jahr des Supermarkt-Checks machen einzelne Supermärkte zwar vor, dass Veränderung möglich ist, doch insgesamt erreicht kein deutscher Supermarkt mehr als ein Drittel der möglichen Punkte. Edeka landet im internationalen Vergleich weiter auf dem letzten Platz. Oxfam fordert ein Lieferkettengesetz, das Supermärkte zum Umdenken zwingt.

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