unesco wek 2015Bonn. - Das UNESCO-Welterbekomitee hat die Bonner Erklärung zum Schutz des gefährdeten Welterbes verabschiedet. In der Erklärung prangert das Komitee, das derzeit in Bonn tagt, die Zerstörung und Plünderung von Welterbestätten als Kriegsinstrument an. Es empfiehlt dem UN-Sicherheitsrat, Möglichkeiten zu ermitteln, den Schutz von Kulturgütern in Friedensmissionen aufzunehmen.

"Gezielte und irreversible Zerstörungen unschätzbarer Kulturgüter des Welterbes sind seit Jahren Teil eines terroristischen Kulturkampfes. Sie sind unerträgliche Angriffe auf das kulturelle Gedächtnis der gesamten Menschheit", sagte Verena Metze-Mangold, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission.

Vor dem Hintergrund andauernder Angriffe auf das Welterbe hat UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova die Globale Koalition zum Schutz des Kulturerbes "Unite4Heritage" ins Leben gerufen. Die Globale Koalition hat das Ziel, die Zusammenarbeit mit allen Partnern zum Schutz des Welterbes zu stärken, einschließlich mit bewaffneten Truppen, Interpol, der Weltzollorganisation, Museen und dem Kunsthandel.

Das UNESCO-Welterbekomitee entscheidet jährlich über die Aufnahme von neuen Kultur- und Naturstätten in die Welterbeliste. Es berät derzeit in Bonn auch über gefährdete Welterbestätten, in diesem Jahr beispielsweise über Stätten aus Syrien und dem Irak, Jemen und Nepal. Dem Welterbekomitee gehören 21 Staaten aus allen Kontinenten an, darunter seit 2011 auch Deutschland. Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer ist derzeit Vorsitzende des Welterbekomitees.

Die UNESCO hat das Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt 1972 verabschiedet. Inzwischen haben es 191 Staaten unterzeichnet. Auf der Liste des UNESCO-Welterbes stehen aktuell 1.007 Kultur- und Naturerbestätten in 161 Ländern. Deutschland verzeichnet bislang 39 Welterbestätten.

=> Bonner Erklärung zum Schutz von Welterbestätten (Englisch)

=> Unite4Heritage

Quelle: www.unesco.de 


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