wvFriedrichsdorf. - In diesen Tagen schaut die Welt auf den Klimagipfel in Paris, aber Millionen Menschen kämpfen gleichzeitig mit Wetterextremen, die schon in großem Stil Ernteausfälle und Dürren, sowie Überschwemmungen rund um den Globus verursacht haben. Darauf hat World Vision am Donnerstag aufmerksam gemacht. Im Vorfeld des Klimagipfels  warnt die internationale Kinderhilfsorganisation in einer neuen Studie vor den Auswirkungen des Klimaphänomens El Nino auf die Ernährungssituation in den ärmsten Ländern. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass das Phänomen durch den Klimawandel in diesem Jahr dramatischer ausfallen wird als jemals zuvor.

Das internationale System der Nahrungsmittelhilfe sei völlig unzureichend und nicht in der Lage, die lebensnotwendigen Bedürfnisse von Menschen in einer humanitären Krise zu versorgen, stellt die Organisation in ihrer Studie "When there is no food assistance" fest und beklagt diesbezüglich eine zunehmende Gleichgültigkeit der Verantwortlichen.

"Ohne schnelles Reagieren der internationalen Gemeinschaft und die Bereitstellung lebensrettender Nahrungsmittelhilfe, sowie Investitionen in den Lebensunterhalt der Menschen, wird sich die Ernährungssituation drastisch verschlechtern", befürchtete Thabani Maphosa, World Vision Expertin für Nahrungsmittelhilfe.

"Die Geberländer sollten dringend Frühwarnsysteme einrichten und besonders die Programme für Nahrungsmittelhilfe voll finanzieren, um besonders die Menschen, die von El Nino betroffen sind, zu unterstützen. Außerdem muss mehr für das Überleben des Viehbestands und die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser getan werden".

UNICEF befürchtet, dass mehr als 11 Millionen Kinder bald akut von Hunger bedroht sein könnten. World Vision fordert, den Fokus besonders auf die unter 2jährigen zu richten, da Schäden, die durch Unter- und Mangelernährung in den ersten 1000 Tagen nach der Geburt angerichtet werden, irreparabel sind. Ohne eine gesunde und vitaminreiche Ernährung werden Kinder auch als Erwachsene weder in physischer noch in psychischer Hinsicht ihr volles Potential erreichen.

Die Menschen in den ärmsten Ländern der Welt haben schon heute am meisten unter den Wetterextremen zu leiden, die der Klimawandel verursacht und dies obwohl sie am wenigsten dazu beigetragen haben. Laut Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen sind jedes Jahr rund 100 Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Diese würden Gefahr laufen, bei der Verteilung von Nahrungsmitteln benachteiligt zu werden und leer auszugehen, wenn es zu Kürzungen kommt.

Bis September 2014 konnte World Vision statt der geplanten 10,3 nur 8 Millionen Menschen mit dringend benötigter Nahrung versorgen. Reformen sind laut World Vision dringend notwendig, da sonst auch die kürzlich verabschiedeten Nachhaltigkeitsziele nicht erreicht werden können.

Maphosa betonte: "Schon jetzt gehen jeden Abend Millionen Kinder hungrig ins Bett. Ich hoffe sehr, dass die Staatsführer auf dem Klimagipfel erkennen, dass sie mehr tun müssen, um den Menschen, die heute schon unter dem Klimawandel leiden, zu helfen." World Vision fordert, dass frisches Geld für Nahrungsmittelhilfen zur Verfügung gestellt wird und die Versprechen, die im Hinblick auf den Grünen Klimafonds, GCF gemacht wurden, erfüllt werden. Das Geld sollte schnell für Projekte in den am meisten betroffenen Ländern zur Verfügung gestellt werden. Es muss auch mehr dafür getan werden, Gemeinden widerstandsfähiger gegen klima-bedingte Katastrophen zu machen.

Laut World Vision werde sich die Lücke zwischen den überlebensnotwendigen Bedürfnissen der Menschen und den nötigen Ressourcen in den kommenden Jahren noch vergrößern.

=> World Vision: When there is no food assistance

Quelle: worldvision.de


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