oneBerlin. - ONE hat die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung angekündigte Make-IT Alliance zur Förderung von Technologie-Start-ups in Entwicklungsländern begrüßt. Die globale digitale Revolution habe das Potential, Millionen Menschen einen Weg aus der Armut zu bieten. Allerdings warnt ONE davor, dass ein Großteil der Menschen in armen Ländern von der digitalen Revolution ausgeschlossen bleibt.

Mehr als die Hälfte aller Menschen, 53 Prozent oder 3,5 Milliarden Menschen, hat keinen Zugang zum Internet. Besonders betroffen sind Mädchen und Frauen in Entwicklungsländern, wie der kürzlich von ONE veröffentlichte Bericht "Stellt die Verbindung her! Wege aus der Armut durch Internetanschluss für Mädchen und Frauen bis 2020" gezeigt hat. Daher ruft ONE die Akteure der Entwicklungszusammenarbeit auf, unmittelbar Maßnahmen zu ergreifen, um 350 Millionen Frauen und Mädchen in den am wenigsten entwickelten Ländern bis zum Jahr 2020 Zugang zum Internet zu verschaffen.

"Dass die Bundesregierung im Zusammenschluss mit großen Unternehmen und anderen Partnern Entrepreneurship in Entwicklungsländern fördern will, ist eine gute Sache", sagte Stephan Exo-Kreischer, der Deutschland-Direktor von ONE. "In Afrika schlummert riesiges digitales Innovationspotential, das nur geweckt werden muss. Durch neue IT-Lösungen kann das Leben von Millionen Menschen verbessert werden. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass Internetzugang in vielen afrikanischen Ländern immer noch ein seltener Luxus ist", warnte er. "Insbesondere Frauen haben häufig keinen Zugang zum Internet oder sind sich nicht bewusst, welche Vorteile ihnen das Internet bieten kann – es fehlen grundlegende "digital skills". In armen Ländern ist die Wahrscheinlichkeit für Mädchen oder Frauen, Zugang zum Internet bekommen, ein Drittel geringer als für Männer und Jungen“, ergänzt Exo-Kreischer. Die Analyse von ONE zeigt, dass im Jahr 2020 71 Prozent der Mädchen und Frauen in Afrika noch immer keinen Internetzugang haben werden, wenn sich nicht schnell etwas ändert.

Der Deutschland-Direktor von ONE fordert daher: "Die Bundesregierung und die Akteure der Entwicklungszusammenarbeit sollten sich zunächst darauf konzentrieren, sicherzustellen, dass jeder Mensch in Entwicklungsländern Zugang zum Internet hat. Ansonsten wird nur eine Handvoll Menschen von den Vorzügen des Internets profitieren und die breite Masse bleibt außen vor. Online-Bildungsangebote, Gesundheitsinformationen und Jobchancen bleiben ihnen verwehrt."

Das Globale Ziel Nummer 9 der Vereinten Nationen sieht vor, bis zum Jahr 2020 alle Menschen in den ärmsten Ländern erschwinglichen Internetzugang bereitzustellen. Davon sind wir weit entfernt, vor allem für Mädchen und Frauen sind die Aussichten düster. Allein in Afrika müssten zusätzlich 725 Mio. Menschen Zugang zum Internet bekommen, um dieses Ziel zu erreichen. Wenn sich nichts ändert, werden in den am wenigsten entwickelten Ländern 350 Mio. Mädchen und Frauen weiterhin offline sein.

Quelle: one.org/


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