nabuBerlin (epo). - Der Naturschutzbund (NABU) hat den zunehmenden Tier- und Jagdtrophäenhandel in Kirgistan kritisiert. Diese gefährde die Artenvielfalt, erklärte die Organisation am Mittwoch in Berlin. Aktuell kämpft der NABU vor Ort um insgesamt 24 wild gefangene seltene Marco-Polo-Schafe und Sibirische Steinböcke, die sich bereits mehr als ein Jahr in Gefangenschaft befinden und ins Ausland verkauft werden sollen.

Der NABU appellierte an die kirgisische Regierung, die für die Natur wertvollen Tiere nicht ihrem Schicksal zu überlassen und zum Gegenstand kommerzieller Geschäfte zu machen. "Vor allem die bis zu 140 Zentimeter langen, schneckenförmigen Hörner der Marco-Polo-Schafe sind eine begehrte Trophäe. Nationale Jagdfirmen machen mit der Jagd und dem Export der Bergschafe lukrative Geschäfte", sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Die Tiere gelten als bedroht und stehen auf der Roten Liste Kirgistans und auf Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens CITES. In Kirgistan leben nur noch zwischen 2.000 bis 6.000 dieser Wildschafe.

Die Schafe und Steinböcke wurden nach ihrer Gefangennahme ein Jahr lang in ausrangierten, dunklen Autoboxen auf einem Privatgrundstück am Rande der kirgisischen Hauptstadt Bischkek gehalten. Der NABU Kirgistan war vor wenigen Wochen durch einen Hinweis auf die Tiere aufmerksam gemacht worden und hatte sofort die Behörden alarmiert. Die von staatlichen Organen bestellte Kommission zur Konfiszierung der Tiere war jedoch nicht erschienen. Der NABU will die Tiere nun in seinem Artenschutzzentrum Karakol zur Rehabilitation unterbringen. Anschließend soll der Großteil wieder ausgewildert werden.

Der NABU befürchtet durch den kommerziellen Tier- und Trophäenhandel auf Marco-Polo-Schaf und Steinbock darüber hinaus unmittelbare Folgen für den vom Aussterben bedrohten Schneeleoparden. "Der Schneeleopard ist stark vom Überleben seiner Beutetiere abhängig", so Miller. Gehe die Population von Schaf und Steinbock noch weiter zurück, sehe es für den "König der Berge" wieder schlechter aus. Der Bestand der Raubkatzen in der Region habe sich gerade etwas erholt. Derzeit gibt es nur noch 260 wild lebende Schneeleoparden in Kirgistan.

NABU


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