bmz Berlin. - Wo steht die Weltgemeinschaft, wenn es um die Gleichberechtigung von Frauen und Mädchen geht? Dieser Frage geht UN Women in seinem aktuellen Bericht "Den Versprechen Taten folgen lassen: Gleichstellung der Geschlechter in der Agenda 2030" nach. Den Bericht haben das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) und UN Women am Donnerstag gemeinsam in Berlin vorgestellt.

"Benachteiligung beginnt bereits vor der Geburt, denn manche Mädchen werden aufgrund ihres Geschlechtes gar nicht erst geboren", erklärte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU). "Und Benachteiligung verfolgt viel zu viele Frauen ein Leben lang. Der Bericht ist daher Appell an uns alle: Wir müssen den Versprechen endlich Taten folgen lassen und Mädchen und Frauen zu ihrem Recht verhelfen! Der Bericht belegt leider allzu deutlich, wie weit der Weg noch ist."

So haben zum Beispiel 19 Prozent aller Frauen und Mädchen weltweit im vergangenen Jahr körperliche und/oder sexualisierte Gewalt von ihrem Partner erfahren. Dennoch gibt es in 49 Ländern noch nicht einmal Gesetze, die diese Form der Gewalt unter Strafe stellen, so das BMZ. Weltweit sind 750 Millionen Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet (Stand 2014). Mindestens 200 Millionen Frauen leben mit einer Genitalverstümmelung. 15 Millionen Mädchen im Grundschulalter werden nie die Chance erhalten, lesen oder schreiben zu lernen; das sind 50 Prozent mehr als bei gleichaltrigen Jungen.

"Starke Gesellschaften brauchen starke Frauen", betonte Müller. "Kein Land der Welt kann es sich erlauben, das Potenzial der Hälfte seiner Bevölkerung nicht zu nutzen."

Deutschland engagiert sich weltweit für die Gleichberechtigung der Geschlechter und die Stärkung von Frauenrechten, unter anderem in Zusammenarbeit mit UN Women. Denn obwohl Frauen und Männer auf dem Papier gleichberechtigt sind, ist strukturelle Benachteiligung von Frauen und Mädchen weltweit noch immer weit verbreitet und in vielen Gesellschaften fest verwurzelt. Deshalb ist die Gleichberechtigung der Geschlechter ein Querschnittsthema in der Agenda 2030 und in der Arbeit des BMZ.

So fördert das BMZ zum Beispiel in Südafrika, Lesotho und Sambia die Prävention von Gewalt gegen Frauen und Mädchen oder in Guinea ein Gesundheitsprogramm, um Frauen und Mädchen vor Genitalverstümmelung zu schützen. In Tunesien, Ägypten, Jordanien und Marokko setzt sich die deutsche Entwicklungszusammenarbeit dafür ein, traditionelle Rollenbilder von erwerbstätigen Frauen zu verändern und junge Frauen beim Übergang von der Hochschule in den Beruf zu unterstützen.

=> Bericht von UN Women

Quelle: www.bmz.de 


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