Gießen. - Armut und Elend tragen dazu bei, dass sich die sogenannten vernachlässigten Tropenkrankheiten – die "Neglected Tropical Diseases" (NTDs) – viel zu schnell verbreiten. Mehr als eine Milliarde Menschen leiden unter diesen Krankheiten – vor allem in den ärmsten Ländern der Erde. Einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der NTDs leisten mehr als 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in über 25 interdisziplinären Arbeitsgruppen im neuen LOEWE-Zentrum Novel Drug Targets against Poverty-Related and Neglected Tropical Infectious Diseases (DRUID), das im Rahmen der hessischen Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (LOEWE) gefördert wird. 

Es ist dringlich, dass neue Wirkstoffe, Impfstoffe und Diagnostika zur Bekämpfung der armutsassoziierten und vernachlässigten tropischen Infektionskrankheiten bereitgestellt werden, um den Betroffenen helfen zu können. Hessenweit kooperieren jetzt fünf Lehr- und Forschungseinrichtungen, die an der Justus-Liebig-Universität Gießen ihre Kapazitäten bündeln. 

Der wissenschaftliche Austausch und weitere mögliche Synergieeffekte standen im Mittelpunkt eines Auftaktsymposiums in der Aula der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU). Der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein überreichte den Bewilligungsbescheid sowie die Urkunden. Das Land Hessen fördert das LOEWE-Zentrum in einer ersten vierjährigen Förderperiode von 2018 bis 2021 mit einer Gesamtsumme von rund 19 Millionen Euro. 

Partner der Justus-Liebig-Universität Gießen im LOEWE-Zentrum DRUID sind die Philipps-Universität Marburg (UMR), die Goethe-Universität Frankfurt, das Paul-Ehrlich-Institut Langen und die Technische Hochschule Mittelhessen (THM). Die Gesamtleitung und wissenschaftliche Kooperation liegt in den Händen der Sprecherin Prof. Dr. Katja Becker, Biochemie und Molekularbiologie, JLU, sowie des stellvertretenden Sprechers Prof. Dr. Stephan Becker, Virologie (UMR).

Wissenschaftsminister Boris Rhein erklärte: "Dieser Neuzugang unter unseren LOEWE-Zentren beschäftigt sich mit einer hochrelevanten globalen Herausforderung: Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit leiden an vernachlässigten tropischen Infektionskrankheiten. Es gibt zu wenige oder gar keine wirksamen Medikamente. Bei vorhandenen Medikamenten treten oft Resistenzen und starke Nebenwirkungen auf. Genau hier setzt das Forschungsprogramm des LOEWE-Zentrums DRUID an: Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bündeln ihre Expertise, um neue Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten zu entwickeln und diese zusammen mit industriellen Partnern verfügbar zu machen."

Am LOEWE-Zentrum DRUID werden die in Hessen vorhandenen Kapazitäten und Expertisen gebündelt. In fünf Projektbereichen werden Targets (Zielmoleküle) aus Transkription/ Translation, zytosolische und membranassoziierte Targets sowie Targets in Wirten und Vektoren adressiert. Da die vorgeschlagenen Projekte hohes Translationspotenzial haben, sind die enge Kooperation mit Partnern aus der Wirtschaft und der Weg in die Anwendung vorgesehen. Um der Komplexität des Themas gerecht zu werden und effiziente Vernetzungsstrukturen aufzubauen, sollen darüber hinaus weitere Partner auf nationaler und internationaler Ebene eingebunden werden. 

Quelle: www.uni-giessen.de 


Back to Top
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok