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worldvisionBerlin. - Zum Weltflüchtlingstag am Mittwoch (20. Juni) hat die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision gemahnt, die deutsche Entwicklungspolitik dürfe "nicht zu einem Instrument zur Verhinderung von Migration verkommen". Gemeinsam mit zehn weiteren Organisationen fordert World Vision, dass sich Europa nicht noch weiter abschotten dürfe.

In dem Brief, der unter anderem an Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesinnenminister Horst Seehofer und Entwicklungsminister Gerd Müller übersandt wurde, heißt es, dass die deutsche Entwicklungspolitik offenbar immer mehr der Migrationskontrolle diene. Innenpolitische Ziele dürften aber nicht zu Lasten der Armutsbekämpfung gehen, der sich die Entwicklungspolitik bisher verpflichtet gesehen habe.

Die Organisationen nennen in ihrem Offenen Brief als Beispiel die Zusammenarbeit mit Regimen in Afrika, die international seit Jahren wegen ihrer Menschenrechtsverletzungen am Pranger stehen. Durch Abkommen mit diesen Staaten würden diese nun als Partner bei der Migrationskontrolle gesehen, ohne dass sie auch nur minimale Verbesserungen etwa im Bereich der Menschenrechte erbringen müssten.

Gemeinsam fordern die Organisationen die sofortige Rückkehr zu den eigentlichen Zielen der Entwicklungszusammenarbeit. Finanzielle Mittel der Entwicklungszusammenarbeit müssten einer nachhaltigen Armutsbekämpfung dienen. Rückkehrerprogramme von Flüchtlingen in ihre Heimat dürften nicht auf die Mittel zur Entwicklungszusammenarbeit angerechnet werden, insbesondere wenn sie keinen entwicklungspolitischen Nutzen haben. Auch lehnen die Organisationen die Auslagerung von Asylentscheidungen in Drittstaaten ohne Transparenz und Kontrolle ab.

Die unterzeichnenden Organisationen sind: World Vision Deutschland, CARE, Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, Oxfam Deutschland, Micha Deutschland, terre des hommes, Weltfriedensdienst, Medica mondiale, forumZFD, PRO ASYL. 

=> Offener Brief

Quelle: www.worldvision.de 


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