knh Duisburg. - Am 25. August 2017 eskalierte der jahrelange Konflikt in Myanmar zwischen den ethnischen Gruppen. Fast eine Million Rohingya, einer muslimischen Minderheit, sind seitdem ins benachbarte Bangladesch geflohen, mehr als die Hälfte sind Kinder. "Auch ein Jahr nach Beginn des Völkermords ist die Situation in den Flüchtlingslagern noch kritisch", berichtet die Kindernothilfe.

Die Kindernothilfe ist seit 2017 in den Flüchtlingscamps aktiv. Neben Soforthilfemaßnahmen engagiert sich das Kinderhilfswerk langfristig mit lokalen Partnern in den Bereichen Bildung und Kindesschutz. "Unser Augenmerk liegt besonders auf der Unterstützung und dem Schutz der Kinder", erklärte Katrin Weidemann, Vorstandsvorsitzende der Kindernothilfe. "Nach unserer Erkenntnis ist jedes vierte Kind mit den schlimmen Erlebnissen der letzten Monate völlig überfordert und benötigt dringend psychosoziale Unterstützung."

In den neun Kinderschutzzentren der Kindernothilfe finden 600 Jungen und Mädchen die nötige Unterstützung und Sicherheit. Die psychosoziale Betreuung in dem Zentrum bietet den teils stark traumatisierten Kindern einen geschützten Raum, um mit dem Erlebten umzugehen.

Ein Jahr ist seit den extremen Übergriffen und Morden in Myanmar vergangen. Die meisten Rohingya-Flüchtlinge leben jetzt in Lagern im bengalischen Bezirk Cox's Bazar. Für das ohnehin schon arme Land Bangladesch ist die Vielzahl an Flüchtlingen eine extreme Belastung. Die Monsunzeit, die im Juni begonnen hat, hat die ohnehin prekäre Situation in den Lagern noch weiter verschlechtert. Die heftigen Regenfälle haben Teile der Camps komplett überschwemmt. Wege sind nicht mehr passierbar und die fragilen Hütten müssen bedarfsmäßig geflickt werden.

Viele Rohingya wollen in ihre Heimat zurückkehren. Allerdings sei eine Rückführung unter sicheren und würdigen Bedingungen nicht möglich, so die Kindernothilfe. Bangladesch und Myanmar hätten zwar ein Abkommen über die Ausbürgerung der Rohingya geschlossen, dabei sei aber keine Strategie für einen legalen Aufenthalt und die Staatsbürgerschaft der Rohingya besprochen worden. Somit gebe es kaum Fortschritte bei der Rückführung der Flüchtlinge in ihre Heimat Myanmar.

Quelle: www.kindernothilfe.de 


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