Bonn. - Im Jahr 2018 wurden rund 1,3 Terawattstunden Ökostrom mit dem Gütesiegel Grüner Strom zertifiziert. Das entspricht dem Strombedarf von mehr als 400.000 Vier-Personen-Haushalten. Im Vergleich zu 2017 stieg die zertifizierte Ökostrommenge um gut 12 Prozent. Nach ersten Schätzungen ergeben sich daraus für Anbieter Grüner Strom-zertifizierten Ökostroms Investitionsverpflichtungen in neue Energiewende-Projekte von über neun Millionen Euro.

Für jede verbrauchte Kilowattstunde müssen Grüner Strom-Anbieter innerhalb von zwei Jahren einen festen Betrag in Energiewende-Projekte investieren, zum Beispiel Photovoltaik-Anlagen, Windparks oder in Elektromobilität. Nach Abschluss der letzten Zertifizierungsperiode steht nun fest: Im Jahr 2016 wurden 120 Projekte mit 6,15 Millionen Euro unterstützt. Da es sich meist um Teilförderungen handelt, beläuft sich die Summe der Gesamtinvestitionen in die Energiewende auf über 45 Millionen Euro.

"Die Bundesregierung tritt bei einer konsequenten Umsetzung der Energiewende derzeit leider auf der Bremse. Umso wichtiger ist es, dass die Stromkunden das selbst in die Hand nehmen und sich von Kohle und Gas verabschieden", erklärte Dietmar Oeliger, Vorsitzender des Grüner Strom Label e.V. "Das Grüner Strom-Label garantiert Investitionen in die Energiewende, wie Photovoltaik- und Windkraftanlagen, Mieterstromprojekte oder Elektro-Mobilität. So können Verbraucherinnen und Verbraucher durch ihren Strombezug direkt an einer nachhaltigen Energieversorgung mitwirken."

2016 floss ein Großteil der Fördergelder in den Bau neuer Photovoltaik- und Windenergieanlagen. Beispielsweise wurde ein Projekt des Studierendenvereins Solar Powers co-finanziert. Studierende haben in Eigenregie eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Zentralbibliothek der Technischen Universität zu Berlin projektiert und schließlich auch umgesetzt. Bis heute wird die PV-Anlage von den Studierenden selbst betrieben und ist mittlerweile auch Teil des Lehrangebotes an der TU. Nach eigener Aussage von Solar Powers hätte das Projekt ohne die Grüner Strom-Förderung nicht realisiert werden können.

Aber auch das Thema Energieeffizienz gewinnt zunehmend an Bedeutung: Rund 450.000 Euro wurden hier investiert, so viel wie noch nie. Beispielsweise förderten drei Energieanbieter Programme zum Austausch alter Kühlschränke durch energieeffiziente Geräte.

Bis heute konnten anhand der Grüner Strom-Förderlogik über 1.300 Energiewende-Projekte mit mehr als 65 Millionen Euro gefördert werden. Da es sich meist um eine Teilförderung von Projekten handelt, liegen die tatsächlich investierten Gelder etwa um das Fünffache höher.

Der Grüner Strom Label e.V. zertifiziert grüne Energieprodukte. Der Verein vergibt zu diesem Zweck zwei Gütesiegel: Das Grüner Strom-Label für Ökostrom mit Mehrwert und das Grünes Gas-Label für umweltverträgliches Biogas. Hinter dem Verein stehen gemeinnützige Umwelt- und Verbraucherverbände sowie Friedensorganisationen, u.a. NABU, BUND, EUROSOLAR und die Verbraucher Initiative.

Quelle: www.gruenerstromlabel.de 


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