brot fdwBerlin. - Zum internationalen Tag gegen Kinderarbeit (12. Juni) haben Brot für die Welt und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gemeinsam den Online-Appell "Menschenrechte verwirklichen: Beenden wir ausbeuterische Kinderarbeit!" gestartet. "Kinderarbeit ist ein Skandal. Dass wir durch den Kauf von Produkten ungefragt und ungewollt daran mitwirken, ebenso. Wir haben es in der Hand, dem endlich ein Ende zu setzen", erklärte Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt.

Mit ihrer Unterstützung des Online-Appells erklären die Unterzeichner, dass sie keine Produkte konsumieren wollen, die mit Hilfe ausbeuterischer Kinderarbeit hergestellt werden. Sie fordern den Bundestag auf, ein Gesetz zu beschließen, das Unternehmen in Deutschland wirksam dazu verpflichtet, für die Einhaltung der Menschenrechte entlang der gesamten Lieferkette zu sorgen.

Weltweit arbeiten laut der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) noch immer 152 Millionen Kinder. Internationale Verträge wie die UN-Kinderrechtskonvention garantieren auf dem Papier allen Kindern Rechte auf Schutz, Fürsorge und Bildung. Die Realität sieht jedoch in vielen Ländern anders aus: Kinder schuften sich auf Kosten ihrer Gesundheit und ihrer Bildungschancen viele Stunden am Tag ab. Hauptgrund dafür ist Armut. Eltern, deren Einkommen nicht ausreicht, um die Familie zu ernähren, sehen sich oft gezwungen, ihre Kinder arbeiten zu schicken – auch wenn die Bedingungen katastrophal und die Entlohnung schlecht ist. Dadurch entsteht ein Teufelskreis: Kinder, die arbeiten anstatt zur Schule zu gehen, erzielen auch als Erwachsene kein gutes Einkommen. Armut wird dadurch über Generationen vererbt.

In den Zielen für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs) haben sich die Vereinten Nationen darauf geeinigt, bis 2025 jede Form von Kinderarbeit zu beenden. Um diesem Ziel näher zu kommen, reichen Selbstverpflichtungen und Absichtserklärungen der Unternehmen aus der Sicht von NGOs nicht aus. "Wir brauchen ein Gesetz mit konkreten Sanktionen für Unternehmen, die Kinderarbeit entlang ihrer Lieferkette dulden", so Füllkrug-Weitzel. Die Unternehmen müssten verpflichtet werden, wirksame Melde- und Kontrollsysteme einzuführen und bei Verstößen sanktioniert werden – etwa durch den Ausschluss von öffentlichen Aufträgen.

Der gemeinsame Appell von Brot für die Welt und GEW ist Teil der globalen Kampagne "100 Million" von Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi. Brot für die Welt fördert Satyarthis Arbeit für Kinderrechte seit Jahrzehnten. Gemeinsam mit der GEW hat das Hilfswerk anlässlich der 60. Aktion von Brot für die Welt vergangenen Herbst die Kampagne 100 Million in Deutschland gestartet. Ziel ist es, junge Leute zu ermutigen, sich für Kinderrechte stark zu machen und damit konkrete politische Maßnahmen anzustoßen.

=> Online-Appell

Quelle: www.brot-fuer-die-welt.de 


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