bmz 100Berlin. - Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) ist zu einer knapp einwöchigen Reise nach Brasilien aufgebrochen. Das größte und bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas ist ein wichtiger globaler Partner der Bundesregierung. Im Mittelpunkt der Reise steht nach Angaben des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) der Schutz der brasilianischen Regenwälder und des Weltklimas. Auch das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und der Organisation Mercosur soll Gesprächsthema sein.

"Brasilien ist ein entscheidender Partner, wenn es um Klimaschutz geht", erklärte Minister Müller. "Der Amazonas-Regenwald, größer als die gesamte Europäische Union, ist die Lunge unseres Planeten. Auch dank unserer Unterstützung sind 1,6 Millionen Quadratkilometer Tropenwald unter Schutz gestellt worden – das entspricht der viereinhalbfachen Fläche Deutschlands! Wir wollen unsere Schutzprojekte fortsetzen und weiter verstärken. Deshalb werde ich mich in den Gesprächen mit der brasilianischen Regierung dafür einsetzen, den Kampf gegen illegale Abholzung und Brandrodung konsequent auszubauen und den von uns unterstützten Amazonas-Fonds wieder handlungsfähig zu machen. Im Mittelpunkt allen Handelns müssen dabei immer die Menschen stehen, die vor Ort leben. Wir brauchen für den Waldschutz gerade die indigene Bevölkerung – und sie sind es auch, die vom Waldschutz unmittelbar profitieren sollen."

Zu den Programmpunkten der Minister-Reise gehören Treffen mit Vertretern der brasilianischen Regierung, die Teilnahme an einer Klimaschutz-Expertenkonferenz in Brasilia, Gespräche mit Indigenengruppen und Nichtregierungsorganisationen, Projektbesuche in Sao Paulo und der Region Manaus sowie die Besichtigung einer Orangenplantage in der Region Campinas.

Ein weiteres Thema der Reise ist das beim G20-Gipfel in Osaka vereinbarte Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und der Organisation Mercosur, zu deren Mitgliedern auch Brasilien gehört. "Das Abkommen mit Mercosur ist ein Meilenstein für unseren gemeinsamen Handel", sagte Entwicklungsminister Müller. "Wichtig ist, dass die Einhaltung von Arbeits- und Umweltstandards inklusive des Pariser Klimaabkommens verbindlich festgeschrieben wird. Speziell bei Soja sollten wir auf eine Zertifizierung der Importe drängen. Es darf kein Soja nach Europa gelangen, für das Tropenwald illegal gerodet wurde."

Regenwälder und Ozeane seien die größten CO2-Speicher des Planeten, betonte Müller. "Aber schon heute entfallen 12 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen alleine auf die Zerstörung von Regenwald. Das ist sechsmal so viel wie Deutschland insgesamt an Kohlendioxid freisetzt. Wer das Klima retten will, der muss den Regenwald retten und seine Zerstörung stoppen!"

Weltweit wurden mit Unterstützung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit über 100 Millionen Hektar Wald unter Schutz gestellt – das 70-fache aller deutschen Naturschutzgebiete, so das BMZ. Die Wald- und Klimaschutzprogramme des BMZ hätten bislang zu einer Einsparung von 48 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid beigetragen. Das entspreche dem jährlichen Ausstoß von rund 60 Prozent des Autoverkehrs in Deutschland.

Quelle: www.bmz.de 


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