aerzte ohne grenzenBerlin. - Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen ist massiv besorgt über die humanitäre Situation im Nordwesten Nigerias. Bewaffnete Gruppen im Bundesstaat Zamfara attackieren nahezu täglich Zivilisten, immer wieder kommt es zu Plünderungen, Entführungen bis hin zu Massenmorden. Seit 2011 haben bereits 200.000 Bewohner*innen ihr Zuhause verloren, die Versorgungslage der Vertriebenen ist prekär.

Was mit lokalen Auseinandersetzungen vor allem wegen des Zugangs zu fruchtbarem Land begonnen hat, hat sich mittlerweile zu einem großflächigen Konflikt entwickelt. Viele Geflüchtete können ihren Lebensunterhalt nicht mehr selbst verdienen und leiden Hunger. "Unser größtes Problem hier sind Nahrungsmittel", sagte Abbas, der in einem Geflüchtetenlager in Anka lebt. "Wir Menschen vom Dorf haben bislang vor allem von der Landwirtschaft gelebt. Hier können wir nichts anbauen und unsere Familien nicht ernähren." Abbas, seine Frau und die drei Kinder mussten ihr Zuhause vor zwei Jahren verlassen, nachdem Abbas' Vater, der traditionelle Anführer ihres Dorfes, entführt wurde.

Auch der Zugang zum Gesundheitssystem ist den Menschen in Zamfara nahezu vollständig verwehrt, die wenigen funktionierenden Krankenhäuser sind mit der großen Zahl an Patienten überfordert. Ärzte ohne Grenzen betreibt in Anka ein Kinderkrankenhaus und unterstützt bestehende Einrichtungen in anderen Städten. In ganz Zamfara hat die Hilfsorganisation allein zwischen Januar und Oktober 2020 mehr als 20.000 mangelernährte Kinder versorgt. Zudem steigt die Zahl der Malaria-Erkrankungen.

Quelle: www.aerzte-ohne-grenzen.de 


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