GrönemeyerBerlin/Bonn (epo.de). - "Nach dem Gipfel ist vor dem Gipfel", sagte sich der Verband Entwicklungspolitik (VENRO) nach dem G8 Gipfel in St. Petersburg, der aus der Sicht der Entwicklungsorganisationen "keine Fortschritte bei der weltweiten Armutsbekämpfung gebracht" hat. Für die deutsche Regierung gelte es jetzt nach vorne zu blicken, so die VENRO-Vorsitzende Claudia Warning und Herbert Grönemeyer: Sie fordern einen Aktionsplan der Bundesregierung zum nächsten G8-Gipfel, der vom 6. bis 8. Juni 2007 in Heiligendamm stattfinden wird. VENRO und der Sänger und Schauspieler Herbert Grönemeyer sind gemeinsame Träger der Aktion "Deine Stimme gegen Armut".

Der G8-Gipfel in St. Petersburg ist aus der Sicht von Warning und Grönemeyer die notwendige Konkretisierung der Verpflichtungen des G8-Treffens im letzen Jahr in Gleneagles schuldig geblieben. Umso mehr sei die Aufmerksamkeit und die Hoffnung der Weltöffentlichkeit nun auf Deutschland und auf Bundeskanzlerin Angela Merkel gerichtet.

"Den Worten müssen endlich verbindliche Taten folgen", sagte Herbert Grönemeyer. Es sei skandalös, dass nur rund 1,3 Millionen  der 6,5 Mio. Aids-Kranken weltweit Zugang zu lebensrettenden Medikamenten hätten. Dabei hätten die G8 bereits im letzten Jahr beschlossen, bis 2010 weltweit den Zugang zu HIV/Aids-Medikamenten sicher zu stellen. Bei der Umsetzung gehe es aber viel zu langsam und zäh voran. "HIV/Aids-Kranke haben nicht die Zeit von einem zum anderen G8-Gipfel zu warten, damit sie Zugang zu Medikamenten erhalten", konstatierte Grönemeyer.

{mosimage}Auch Claudia Warning zeigte sich enttäuscht: "Erneut wurden zwar die Versprechen von Gleneagles u. a. in den Bereichen Grundbildung und Gesundheit bekräftigt, aber neue Initiativen zur Bekämpfung der weltweiten Armut und fristgerechten Verwirklichung der Millenniumsziele sind ausgeblieben. Die Konsequenzen sind fatal."

Weiterhin leben nach Angaben der Vereinten Nationen rund eine Milliarde Menschen in absoluter Armut, ca. 820 Mio. leiden chronisch an Hunger. Immer noch sterben etwa 10,5 Mio. Kinder pro Jahr an den Folgen vermeidbarer Krankheiten und mehr als 100 Mio. Jungen und Mädchen können keine Schule besuchen.

"Deshalb ist es zu begrüßen, dass in St. Petersburg zumindest angekündigt wurde, das Thema Armut beim G8-Gipfel in Deutschland wieder auf die Tagesordnung zu setzen", sagte Warning.

Was diese Zusage allerdings wert sei, werde sich bereits in den nächsten Monaten bei der Vorbereitung des Gipfels in Heiligendamm vom 6. bis zum 8. Juni 2007 zeigen. Im Sinne einer Demokratisierung der G8-Gipfel und im Sinne eines längst überfälligen Durchbruchs in der Armutsbekämpfung und den dafür so wichtigen Millenium-Entwicklungszielen (MDGs) müsste die Expertise der zivilgesellschaftlichen Organisationen mit einbezogen werde, forderte Warning.

Sie verlangte ebenso wie Grönemeyer "so schnell wie möglich einen konkreten Aktionsplan der Regierung, der sicherstellt, dass die notwendigen Schritte unternommen werden, um in Heiligendamm dem Thema 'Armutsbekämpfung' den entscheidenden Schub für die Zielmarke 2015 zu geben." Dazu müssten die G8 endlich auch mit den Regierungen der ärmsten Länder sprechen und nicht nur mit den sogenannten Schwellenländern, wie dies gerade in St. Petersburg geschehen sei.

VENRO
Herbert Grönemeyer
Deine Stimme gegen Armut


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