S?dsudanKhartum/Bonn (epo.de). - Die Deutsche Welthungerhilfe hat acht ihrer Mitarbeiter vorübergehend aus dem Süden Sudans in die Hauptstadt Khartum in Sicherheit gebracht. Die Evakuierung sei wegen wieder aufgeflammter Kämpfe zwischen der sudanesischen Armee und der Rebellenbewegung SPLA sowie deren Milizen in Rubkona in der Provinz Unity State erfolgt, teilte die Organisation am Donnerstag in Bonn mit. Es waren die ersten bewaffneten Auseinandersetzungen seit dem Friedensabkommen vom 9. Juli 2005.

"Die Kämpfe begannen als lokale Auseinandersetzung am Montag, danach breiteten sie sich aus", berichtete Johan van der Kamp, Regionalkoordinator der Welthungerhilfe im Sudan. "Inzwischen werden 28 Tote gemeldet, davon 17 Zivilisten."

Die Mitarbeiter der Welthungerhilfe mussten während der Kämpfe vier Stunden in einem bombensicheren Raum verbringen, während ihr Bürogebäude beschossen wurde. Ein deutscher Mitarbeiter und sieben Sudanesen seien inzwischen in Sicherheit, zwölf Mitarbeiter hätten das umkämpfte Gebiet noch nicht verlassen können, so die Hilfsorganisation.

Nach dem Friedensabkommen zwischen Regierung und Rebellen soll der Süden des Sudan in fünf Jahren in einem Referendum über seine Unabhängigkeit beschließen. Die Grenzziehung ist jedoch noch nicht komplett geklärt. Streit gibt es vor allem um Gebiete mit Rohstoffvorkommen. "In Unity State gibt es die größten Ölfelder des Sudan", erklärte die Welthungerhilfe.

"Es stehen mindestens fünf unruhige Jahre bis zum Referendum bevor", sagte van der Kamp. "In den umstrittenen Gebieten muss eine Pufferzone zwischen den Militärs geschaffen werden, und sie müssen raus aus den zivilen Gebieten." Die Militärs prägten noch immer das Straßenbild in Städten wie Rubkona. Bei Auseinandersetzungen seien auch viele Zivilisten gefährdet. Von der Kamp nannte es "traurig", dass die UN-Mission UNMIS die Eskalation nicht habe verhindern können.

Deutsche Welthungerhilfe ist seit 1998 im Sudan in den Provinzen Nord-Darfur, West Kordofan und Unity State tätig. In Nord-Darfur versorgt sie 485.000 Menschen mit Lebensmitteln, in Unity State 185.000. Weitere Projektschwerpunkte sind Landwirtschaft, Ernährungssicherung und Trinkwasserversorgung.

 Deutsche Welthungerhilfe


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