NachhaltigkeitsratBerlin (epo.de). - Der Rat für nachhaltige Entwicklung hat auf seiner Jahreskonferenz die fehlende Bereitschaft der Politik kritisiert, die Nachhaltigkeitsstrategie ernst zu nehmen. "Eine Leitlinie zur Zukunftspolitik wird vermisst", sagte Ratsmitglied Angelika Zahrnt zur Eröffnung der Konferenz am Dienstag in Berlin. Diese sei aber nötig, um Klimaschäden global zu begegnen und die Auswirkungen der veränderten Demografie in Deutschland zu gestalten.

Eine mutige Nachhaltigkeitsstrategie gehöre in die Reihe der großen Reformprojekte der Großen Koalition, sagte Zahrnt. Auf der Jahreskonferenz des Rates diskutierten fast tausend Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft, Medien, Stiftungen und Zivilgesellschaft ihre Erfahrungen, Visionen, Ideen für eine Welt von morgen.

Volker Hauff, Vorsitzender des Rates für Nachhaltige Entwicklung, vermisste in der Großen Koalition die großen Ziele zu Technologien wie dem sauberen Kohlekraftwerk, einer zukunftsgerechten Mobilität und zu einer generationengerechten Verteilung von Haushaltslasten. Er bezeichnete ein stärkeres Committment der Politik als notwendig. "Die Teilnahme der Bundeskanzlerin an unserer Veranstaltung ist wichtig, weil zupackende und ernst gemeinte Nachhaltigkeitspolitik nur funktioniert, wenn sie Chefsache ist", erklärte Hauff. Als herausragende Themen nannte er die Energiewirtschaft, die Generationenbilanz im demografischen Wandel und die Innovationen für Infrastruktur und bei der globalen Verantwortung Deutschlands.

Auf der Jahreskonferenz wurden die Empfehlungen des Rates für Nachhaltige Entwicklung zur unternehmerischen Verantwortung erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt und von Experten diskutiert. Auch die Wirtschaft sei gefordert: "Führende deutsche Unternehmen haben in den letzten Jahren Nachhaltigkeit und Unternehmensverantwortung zu ihrem Thema gemacht, aber sie haben Corporate Social Responsibility (CSR), die steigende Verantwortung der Unternehmen in einer globalisierten Wirtschaft für soziale und ökologische Standards, nicht zum Topthema der Wirtschaft machen können".

Angesichts des "Gammelfleisch"-Skandals und des Giftmüll-Skandals in der Elfenbeinküste sagte Angelika Zahrnt: "Es bedarf ganz offensichtlich einer stärkeren Kultur der Verantwortung im Unternehmensbereich und gleichzeitig wirkungsvollerer staatlicher Kontrollen im nationalen wie internationalen Bereich."

Während der Jahreskonferenz fand die Preisverleihung an die Preisträger des Jugendwettbewerbs "24 Stunden für morgen. Macht es wahr" statt. Vorgestellt wurden ihre Zukunftsvisionen von Ratsmitglied Tobi Schlegl, der Schauspielerin Anna Thalbach, dem Musikmanager Tim Renner und dem Präsidenten der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger.

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung wurde im April 2001 vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder berufen. Der Rat entwickelt Beiträge für die Nachhaltigkeitsstrategie und -politik der Bundesregierung, benennt konkrete Handlungsfelder und Projekte und macht Nachhaltigkeit zu einem wichtigen öffentlichen Anliegen.

Rat für Nachhaltige Entwicklung


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