WWFNairobi/Berlin (epo.de). - Die Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) hat anlässlich des Klimagipfels der Vereinten Nationen in Nairobi die Unterstützung der Entwicklungsländer bei der Anpassung an den Klimawandel gefordert. "Die ärmsten Länder der Welt sind nicht in der Lage, die Bedrohung alleine in den Griff zu bekommen", sagte Regine Günther vom WWF. "Wassermangel, Hungersnöte und die Ausbreitung von Krankheiten werden sich durch den Klimawandel verschärfen."

Auf dem Klimagipfel in Nairobi komme es jetzt darauf an, "den Rahmen zu schaffen, damit Klimaschutz nach dem Auslaufen der ersten Phase des Kyoto-Protokolls im Jahr 2012 anspruchsvoller fortgeführt wird, erklärte Günther, Leiterin des Klimareferats beim WWF. "Vielen technischen Details soll ein Feinschliff gegeben werden."
 
Wichtigster Tagesordnungspunkt in Nairobi sei die Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen, etwa den Bau von Deichen, endgültig zu klären. Zwar habe man die Gründung eines so genannten "Adaptation Funds" beschlossen, doch gebe es nach wie vor Unklarheiten, wie die ärmsten Länder auf diese Mittel Zugriff erhalten.

Ein jetzt vorgelegter WWF-Report verdeutlicht nach den Worten von Regine Günther die Folgen des Klimawandels für Afrika. Im vergangenen Jahrhundert seien die Durchschnittstemperaturen auf dem schwarzen Kontinent um 0,7 Grad Celsius angestiegen. Für die Zukunft rechneten die Wissenschaftler mit einer weiteren Erwärmung von bis zu einem halben Grad alle zehn Jahre. Sintflutartige Niederschläge in Regenzeiten, im Wechsel mit noch schlimmeren Dürren, dürften die Folgen sein. Schnee am Kilimandscharo werde es kaum noch geben. Die Gletscher auf dem Dach Afrikas seien seit Jahrzehnten auf dem Rückzug.

Die Naturschutzorganisation fordert die Verursacher des Problems, "also in erster Linie die Industrieländer", auf,  entsprechende Mittel bereitzustellen, um die Folgen des Klimawandels zu mildern. Gerade Länder, die besonders unter dem Klimawandel leiden, benötigten finanzielle Unterstützung, um sich auf die veränderten Bedingungen einzustellen. In Afrika reiche das Spektrum an nötigen Maßnahmen von Sturm-Frühwarnsystemen bis hin zum Aufbau effizienter Bewässerung.

"Klimawandel ist ein globales Problem. Daher wird es bei den Verhandlungen darum gehen, einen möglichst gerechten Beitrag der verschiedenen Länder festzulegen", erklärte der WWF. Die Organisation fordert von den Industriestaaten ein eindeutiges Bekenntnis, die CO2-Emissionen nach 2012 deutlich schärfer zu reduzieren. Der Beitrag von Entwicklungsländern zum Klimaschutz könne in der zweiten Verpflichtungsperiode unterschiedlich gestaltet sein. Die Spanne reiche vom verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien bis zur deutlichen Reduktion des Abholzens ihrer Wälder.

World Wide Fund For Nature (WWF)


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