Anopheles-M?cke. Foto: BNIHamburg (epo.de). - Ein viel versprechender neuer Malaria-Impfstoff für Kleinkinder wird seit kurzem in Ghana auf seine Sicherheit und Wirksamkeit getestet. Die ghanaische Forschungsstation des Hamburger Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNI) ist Partner der internationalen Phase II Studie, die an insgesamt acht Zentren in Afrika durchgeführt wird.

Das "Kumasi Centre for Collaborative Research in Tropical Medicine" (KCCR) wird vom BNI gemeinsam mit der Universität von Kumasi in Ghana betrieben. "Die Auswahl des KCCR als eines der Impfzentren für diese Studie unterstreicht seine Bedeutung als international anerkannte Forschungseinrichtung", erklärte Rolf Horstmann, Koordinator für Forschung in den Tropen am BNI.

Kinderärztin Dr. Jennifer Evans vom BNI und Prof. Tsiri Agbenyega, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität von Kumasi, betreuen die Studie im Ashanti-Gebiet, einer von zwei ghanaischen Studienregionen. Insgesamt werden in Ghana 540 Kinder zwischen fünf und 17 Monaten für die Studie rekrutiert und über die nächsten zwei Jahre regelmäßig medizinisch betreut.

"Wir testen verschiedene Zusammensetzungen des Impfstoffs und verschiedene Impfpläne um zu prüfen, wie diese Faktoren die Wirksamkeit beeinflussen" so Jennifer Evans. "Die Studien sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg, den Menschen in Ghana und im übrigen Afrika einen echten Schutz vor Malaria anbieten zu können. Ein Impfstoff mit 40-50 Prozent Wirksamkeit könnte besonders Kleinkinder vor der lebensbedrohlichen Form der Malaria schützen und jährlich mehr als einer Million Menschen das Leben retten." Derzeit ist Malaria in Afrika eine der häufigsten Todesursachen für Kinder unter fünf Jahren.

Etwas Geduld wird jedoch nötig sein. Läuft alles nach Plan, könnte der Malaria-Impfstoff 2010 zur Zulassung eingereicht werden. Die Impfung verhindert nicht die Infektion und damit die Ausbildung einer im Erwachsenenalter schützenden Immunantwort, trägt aber zur Reduktion der Malaria-Episoden bei und senkt das Risiko für einen schweren Verlauf der Malaria.

Der Impfstoff namens RTS,S wurde Ende der 1980er Jahre von GlaxoSmithKline Biologicals mit Partnern in den USA entwickelt. In Pilotstudien erwies sich RTS,S bei Erwachsenen als potentiell wirksam gegen den Erreger der Malaria tropica, die schwerste Form von Malaria. Seit 2001 wird RTS,S in Kooperation mit der gemeinnützigen Organisation PATH Malaria Vaccine Initiative für die Anwendung bei Säuglingen und Kleinkindern weiterentwickelt.

Die PATH Malaria Vaccine Initiative wird zu großen Teilen von der Bill und Melinda Gates Stiftung finanziert.

[Foto: Die Anopheles-Mücke, Überträgerin der Malaria. Foto:BNI] 

Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI)


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