BMZBerlin (epo.de). - Bundespräsident Horst Köhler und Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul haben in Berlin den Medienpreis Entwicklungspolitik 2006 verliehen. Bundespräsident Köhler ermutigte die Medien in seiner Ansprache, "sehr viel stärker als bisher bei ihrer Berichterstattung über Entwicklungspolitik auch längeren Beiträgen den notwendigen Platz einzuräumen, damit die Leser mehr und differenzierter über das Leben der Menschen in Asien, Afrika und Lateinamerika erfahren."

Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul sagte bei der Preisverleihung am Montag abend in Berlin: "Die Medien verleihen den Ärmsten der Armen eine Stimme. Dafür gebührt ihnen unser aller Dank. Denn nur wenn wir die Welt verstehen, können wir die Globalisierung gerechter gestalten."

In der Kategorie Print gingen die Preise an Jürgen Schaefer für seine Reportage "Die Menschheit ist reich genug für eine Welt ohne Armut" in der Zeitschrift Geo sowie an die ZEIT-Autoren Bartholomäus Grill, Petra Pinzler, Ralf Südhoff und Wolfgang Uchatius für ihren Beitrag "Der Kampf um den Zucker". Jürgen Schaefer wurde laut Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) für seine beeindruckende Reportage über ein Mädchen aus Niger ausgezeichnet, das zur falschen Zeit am falschen Ort geboren wurde. Sie stirbt an Hunger, weil in ihrer Heimat der Regen ausbleibt, das Land von einer Heuschreckenplage heimgesucht wird und die internationale Hilfe sie nicht erreicht. Das Autorenteam der ZEIT zeigte in seinem Beitrag am Beispiel Zucker, wie die Liberalisierung der Agrarmärkte nicht automatisch den ärmsten Entwicklungsländern nutzt.

In der Kategorie Hörfunk wurde Gerhard Klas für seinen Beitrag "Wo sollen wir denn hin? Indische Bauern wehren sich gegen die Folgen der Marktöffnung" geehrt, der vom Deutschlandfunk ausgestrahlt wurde. Der Beitrag vermittelt dem BMZ zufolge einen Einblick in die Nutzung von gentechnisch verändertem Saatgut und zeigt, wie indische Kleinbauern sich hoch verschulden und dabei finanziellen Schiffbruch erleiden. Ebenfalls im Bereich Hörfunk wurde Dr. Geseko von Lüpke ausgezeichnet, dessen Beitrag "Sekem - das Wunder in der Wüste" im Bayerischen Rundfunk gesendet wurde. In diesem Beitrag wird die Geschichte des ägyptischen Unternehmers, Landwirts und Pharmazeuten Ibrahim Abouleis erzählt, der nach mehr als 20 Jahren in Europa in seine Heimat zurückkehrt und dort seinen Lebenstraum verwirklicht: Landwirtschaft in der Wüste betreiben.

In der Sparte TV schließlich wurde der Dokumentarfilm "Filhos de Angola " Angolas Kinder" von Martin Vlcek und Marion Rettig geehrt, ausgestrahlt im Sender "Freising im Bild". In diesem Beitrag geht es um das Engagement ehemaliger Flüchtlinge für ihre alte Heimat. Der Film zeigt laut BMZ, wie schwierig und erfüllend zugleich es ist, ein Waisenhaus samt Ausbildungsstätte für Straßenkinder zu gründen.

Zusätzlich verlieh das BMZ wie in jedem Jahr einen Sonderpreis. In diesem Jahr wurde die Aktion "Tigerenten für Afrika" geehrt. Die Aktion "Tigerenten für Afrika" zeigt, dass gutes Kinderfernsehen unterhalten und gleichzeitig die Neugier junger Zuschauerinnen und Zuschauer auf brennende Fragen der Zeit lenken kann. Der Tigerenten Club ist eine Koproduktion des SWR mit HR, MDR, NDR und RBB für Das Erste und den KI.KA. Stellvertretend für die Redaktion werden Dr. Joachim Lang und Sandra Dujmovic den Sonderpreis in Empfang nehmen.

Der Medienpreis Entwicklungspolitik wurde 1975 vom damaligen Entwicklungsminister Egon Bahr ins Leben gerufen. Er wird jährlich in den Kategorien Print/Internet, Hörfunk und Fernsehen ausgeschrieben und verliehen. Eine unabhängige Vor- und Hauptjury hat aus knapp 100 Beiträgen die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger ermittelt.

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