WSFNairobi (epo.de). - Auf dem Weltsozialforum in Nairobi haben nichtstaatliche Organisationen Forderungen für sozial- und umweltverträgliche Rahmenbedingungen bei der Rohstoff- und Energiegewinnung präsentiert. Die Forderungen richteten sich an nationale Regierungen, transnationale Konzerne, internationale Finanzinstitutionen sowie die Vereinten Nationen, erklärte das katholische Hilfswerk MISEREOR, dessen mehr als 50 Partnerorganisationen aus Afrika, Asien und Lateinamerika die Forderungen ebenfalls unterstützen.

"Ich stehe voll und ganz hinter den Forderungen und hoffe, dass die Erklärung weite Verbreitung findet", sagte Mary Robinson, ehemalige irische Premierministerin und UN-Hochkommissarin für Menschenrechte in Nairobi. "Die nationalen Menschenrechtskommissionen müssen sich dringend dieser Thematik annehmen. Gleichzeitig müssen auf internationaler Ebene verbindliche Regeln zur menschenrechtlichen Verantwortung der Unternehmen entwickelt werden." Freiwillige Verhaltenskodizes seien ein erster wichtiger Schritt, reichten aber bei weitem nicht aus, so Robinson.

"Neben den Unternehmen tragen die nationalen Regierungen in rohstoffreichen Ländern eine mindestens ebenso große Verantwortung", erklärte Michael Hippler, Leiter der Afrika-Abteilung bei MISEREOR, das Anliegen. "Es ist nicht hinnehmbar, dass jedes Jahr Milliarden US-Dollar durch Korruption verloren gehen und so nicht mehr der Entwicklung der armen Länder zur Verfügung stehen. Die Interessen der betroffenen Gemeinschaften werden auf vielfältige Weise verletzt, Konflikte entstehen."

MISEREOR werde sich auch weiterhin mit Nachdruck für mehr Transparenz und Beteilung der Betroffenen einsetzen, versprach Hippler. "Zum einen müssen die Rohstoff fördernden Industrien offen legen, was sie an die Regierungen zahlen, zum anderen müssen die Regierungen erklären, welche Einnahmen sie haben und wofür sie die Mittel verwenden. Die Unternehmen sind an international anerkannten Menschenrechtsstandards zu messen", sagte Hippler.

MISEREOR
Weltsozialforum


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