GermanwatchBerlin (epo.de). - Umwelt- und Entwicklungsorganisationen haben anlässlich der Vorstellung des Weltklimaberichts durch den Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) Taten gefordert. "Jeder Regierungschef, der in seinem Amtseid geschworen hat, Schaden von seinem Volk abzuwenden, ist jetzt zu einer ernsthaften Klimapolitik verpflichtet: Das Unbewältigbare muss unbedingt vermieden werden", sagte Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch.

Der Bericht des IPCC beruht auf Forschungen der letzen sechs Jahre. Um einen gefährlichen Klimawandel noch abwenden zu können, müssen die Emissionen weltweit um 50% bis Mitte des Jahrhunderts gesenkt werden, in den Industrieländern um etwa 80 Prozent. "Die Kanzlerin muss den EU- und G8-Vorsitz zu entsprechenden Weichenstellungen nutzen", fordete Bals. "Was wir derzeit erleben, sind Irreführungen und Rückzugsgefechte zum Beispiel der Auto- und Kraftwerkslobby, die nicht nur gefährlich für die Gesellschaft, sondern schon mittelfristig auch für die eigenen Aktionäre sein werden."

"Das Taktieren und Feilschen um möglichst unverbindliche Klimaschutzvorgaben und verwässerte Grenzwerte wie derzeit für die Automobilindustrie müsse endlich aufhören, erklärte auch der Präsident des Naturschutzbundes NABU, Olaf Tschimpke. "Wer jetzt wie Bundeskanzlerin Merkel, Wirtschaftsminister Glos und EU-Industriekommisar Verheugen die falschen Prioritäten setzt und wirksame Regelungen zugunsten des Profits einzelner Wirtschaftszweige blockiert, gefährdet die Zukunftsfähigkeit Deutschlands."

"Der IPCC-Bericht spiegelt den wissenschaftlichen Konsens wider. Er ist eine Sturmwarnung an alle Regierungen, sofort zu handeln und Emissionen drastisch zu reduzieren", sagte WWF-Klimaexpertin Regine Günther. "Bundeskanzlerin Angela Merkel muss den deutschen Vorsitz der G8-Staaten und die EU-Ratspräsidentschaft nutzen, um einen starken Klimaschutz international zu verankern."

Die Hilfsorganisation World Vision Deutschland forderte anlässlich der Vorstellung des UN-Weltklimaberichts eine bessere Verzahnung von Armutsbekämpfung und Klimaschutz. "Die Bekämpfung der Armut darf nicht auf Kosten der Umwelt geschehen, und der Klimaschutz nicht auf Kosten der Armen", sagte Kurt Bangert von World Vision.

Wenn Entwicklungsprojekte den Klimaschutz außer Acht lassen, so Bangert, seien es vor allem die Armen, die dafür den Preis zahlen müssten. "Klimaschutz ist eine Investition nicht nur in unser aller Zukunft, sondern gerade auch in die Zukunft der Armen." Denn die Folgen der Umweltzerstörung - wie Überschwemmungen, Entwaldung oder Dürre - träfen vor allem die Armen, von denen siebzig Prozent in ländlichen Gebieten leben. Trockenheit und Dürre hätten unmittelbare Auswirkungen auf die Armen - Unterernährung und Krankheit seien die Folge. "Arme Bauern benötigen möglichst vorhersehbare Klimabedingungen", so Bangert.

www.germanwatch.org


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