KlimaBangkok (epo.de). - Der Ausstoß von Treibhausgasen wie Kohlendioxid muss spätestens ab dem Jahr 2015 gesenkt werden, um die Erderwärmung infolge des Klimawandels auf maximal zwei bis 2,4 Grad beschränken zu können. Zwischen 2015 und 2050 müssten die CO2-Emissionen um mindestens 50 Prozent unter die Marke von 2000 gesenkt werden, heißt es im dritten Teil des Weltklimaberichts, der am Freitag in Bangkok der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Der Bericht soll Wege aufzeigen, wie die Klimakatastrophe verhindert werden kann.

Die rund 400 Teilnehmer der Klima-Verhandlungen in der thailändischen Hauptstadt Bangkok hatten den dritten und letzten Teil des 4. Klimaberichts des Weltklimarates (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) am Freitag morgen verabschiedet. Der Bericht zeigt Lösungen auf, wie klimaschädliche Emissionen effektiv begrenzt werden können. Die Experten setzen demnach auf die Reduzierung des Energieverbrauchs und die Umstellung auf kohlenstoffärmere Methoden der Energiegewinnung. Mehr Energieeffizienz bei Elektrogeräten, im Haushalt und im Verkehr sei ebenso wichtig und zahle sich auch durch sinkende Energiekosten aus.

Der IPCC will sich jedoch nicht auf die Verringerung von Kohlendioxid-Emissionen beschränken, sondern auch  Treibhausgase wie Methan (CH4) und Lachgas (N2O) aus Viehhaltung, Nassreisanbau und Stickstoffdüngung in der Landwirtschaft stärker in Strategien zur Eindämmung des Klimawandels mit einbeziehen. "Ein wirksamer Klimaschutz braucht intakte Ökosysteme und eine naturverträgliche Landnutzung", sagte dazu der Präsident des Deutschen Naturschutzbundes NABU, Olaf Tschimpke. Intensive Bewirtschaftungsformen, die Entwässerung von Mooren und die Zerstörung von Wäldern förderten hingegen die klimaschädliche Freisetzung des in Böden und Pflanzen gebundenen Kohlenstoffs.

Nach Angaben des parlamentarischen Staatssekretärs im deutschen Umweltministerium, Michael Müller, sieht der IPCC-Bericht einen weltweiten Anteil regenerativer Energien von 35 Prozent bis zum Jahr 2030 vor. Ein Viertel der notwendigen Verringerung der Treibhausgase kann aus der Sicht von Müller durch moderne Gebäudetechnik erreicht werden. Weitere 20 Prozent CO2-Reduktion seien durch den Schutz und die Aufforstung von Wäldern möglich.

Der Weltklimarat hatte bereits in früheren Berichten betont, die Erderwärmung müsse auf 2,0 bis 2,4 Grad Celsius begrenzt werden, um beherrschbar zu bleiben. Dem jüngsten Bericht zufolge kostet dies im Jahr weniger als 0,12 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts. Durch den Einsatz und die Nachfrage nach klimaschützenden Technologien könne das Wirtschaftswachstum sogar leicht angekurbelt werden, so die IPCC-Experten.

www.ipcc.ch


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