gtz logoEschborn (epo.de). - Für die Finanzierung des Biosphärenreservats und Nationalparks Pendjari im westafrikanischen Benin geht die lokale Parkverwaltung einen ungewöhnlichen Weg: Jährlich werden wenige Tiere für die Sportjagd freigegeben. Touristen zahlen Gebühren für die Jagdgenehmigungen und erbringen so die benötigten Einnahmen für den Erhalt des Schutzgebietes. Der Jagdtourismus ist in das Konzept für das Schutzgebietsmanagement integriert, dessen Entwicklung die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt. 

Die Parkleitung legt die Jagdquoten nach GTZ-Angaben so fest, dass die Tierbestände geschützt werden. Die Einnahmen bleiben größtenteils in der Region und kommen den rund 30.000 Bewohnern des Parks zugute. Das Schutzgebiet Pendjari im Nordwesten Benins ist beispielhaft für den Ansatz der GTZ, den Schutz der Natur mit der nachhaltigen Nutzung durch den Menschen zu verbinden.

Die für das Biosphährenreservat verantwortliche Behörde hat in den letzten vier Jahren zusammen mit der Anrainerbevölkerung einen Managementplan für das Schutzgebiet erarbeitet. In den Kernzonen steht der Erhalt der biologischen Vielfalt im Vordergrund, dort ist keine Nutzung durch Menschen erlaubt. In einigen Zonen ist für Touristen und Einheimische eine limitierte Jagd von etwa 100 Tieren pro Jahr zugelassen.

Mit den 30 Dörfern in den Puffer- und Entwicklungszonen des Schutzgebiets stimmt die Parkleitung kommunale Entwicklungspläne ab. Die Bevölkerung übernimmt Aufgaben beim Schutzgebietsmanagement, wodurch sich viele Familien ein zusätzliches Einkommen erwirtschaften können. Der Park bietet derzeit 130 Mitarbeitern aus den umliegenden Dörfern eine Beschäftigung, darunter sind Fährtenleser, Wildhüter und Touristenführer.

Die erwirtschafteten Einnahmen des Biosphärenreservats verbleiben laut GTZ zu 70 Prozent in der Region. Über die Nutzung und Verteilung der Einkünfte, beispielsweise für Schulen oder Gesundheitsstationen, entscheiden die Dorforganisationen. Ihre Aufgabe ist es auch, die Bevölkerung über die Schutz- und Jagdregeln zu informieren und auf ihre Einhaltung zu achten.

Bevor die Bevölkerung aktiv beteiligt wurde, habe es häufig Konflikte mit der Parkleitung gegeben, so die GTZ. Heute genieße das Schutzgebiet eine hohe Akzeptanz. Wilderei, illegale Abholzung und Bebauung im Park gehörten weitgehend der Vergangenheit an.

Um die Finanzierung des Reservats langfristig abzusichern, will die Parkleitung einen Fonds auflegen und die Einnahmen aus dem Tourismus steigern. Neben der Erhöhung der Jagdgebühren soll der Fototourismus ausgeweitet werden. Zurzeit deckt der Tourismus ein Drittel der Aufwendungen für das Schutzgebiet. Die übrigen Kosten finanzieren sich über die Entwicklungszusammenarbeit mit Deutschland, den Niederlanden, der Europäischen Union und der Weltbank. Doch in einigen Jahren soll bereits die Hälfte der Kosten durch Tourismuseinnahmen gedeckt werden.

» www.gtz.de

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