Foto: UNICEF

New York/Genf/Berlin (epo.de). - Rund 1,2 Milliarden Menschen weltweit müssen ihre Notdurft noch immer im Freien verrichten. Die Zahl der Menschen, die keinen Zugang zu hygienischen Sanitäranlagen haben, liegt sogar bei 2,5 Milliarden. Die Zahl der Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser ist dagegen erstmals unter eine Milliarde gesunken. Das geht aus einem neuen Bericht des UN-Kinderhilfswerks UNICEF und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hervor. 

Der Report "Progress on Drinking Water and Sanitation – Special Focus on Sanitation" ist im Rahmen des "Internationalen Jahres der sanitären Grundversorgung" in New York vorgestellt worden. Er konstatiert, die mangelhafte Versorgung mit sanitären Anlagen gefährde vor allem das Leben von Kleinkindern. "Wir brauchen dramatische Verbesserungen", erklärte UNICEF-Direktorin Ann M. Veneman.

Fehlende sanitäre Grundversorgung und verschmutztes Trinkwasser sind eine der Hauptursachen für die hohe Kindersterblichkeit in vielen Ländern der Erde. Die internationale Gemeinschaft hatte sich das Ziel gesetzt, bis 2015 die sanitäre Versorgung für mindestens die Hälfte aller Menschen sicherzustellen, denen sie bisher fehlt. "Wenn die Entwicklung so weitergeht, werden wir das Millenniumsziel zur sanitären Grundversorgung für 700 Millionen Menschen nicht erreichen", sagte Veneman.

Der neue Bericht von UNICEF und WHO bewertet erstmals globale, regionale und nationale Fortschritte im Bereich Sanitäranlagen und Trinkwasser nach einem so genannten "Leiterkonzept". Damit werden die verschiedenen Ebenen der Versorgung mit Wasser und sanitären Einrichtungen analysiert - von der Notdurftverrichtung im Freien über einfache Grubenlatrinen bis hin zu Toilettenbenutzung.

Seit 1990 ist der Anteil der Menschen, denen selbst einfache Latrinen nicht zur Verfügung stehen, von 31 Prozent im Jahr 1990 auf 23 Prozent in 2006 gesunken. Weltweit müssen jedoch immer noch 1,2  Milliarden Menschen ihre Notdurft ausschließlich im Freien verrichten - oft in öffentlich zugänglichen und einsehbaren Plätzen. Diese Praxis sei eine gefährliche Bedrohung für die Gesundheit, so der Bericht. Eine mit Fäkalien kontaminierte Umwelt führe zu Durchfallerkrankungen, eine der häufigsten Todesursachen von Kleinkindern weltweit. Etwa zwei Drittel der Menschen, die ohne Latrinen auskommen müssen, leben in Südasien (778 Millionen). Das sind fast die Hälfte aller Einwohner.

Größere Fortschritte gibt es dem Bericht zufolge bei der Versorgung mit Trinkwasser. Aktuell haben 87 Prozent der Weltbevölkerung sauberes Trinkwasser zur Verfügung. Wenn dieser Trend andauert, werden es im Jahr 2015 rund 90 Prozent sein.

5,7 Milliarden Menschen haben nun Zugang zu sauberem Wasser – 1,6 Milliarden mehr als im Jahr 1990. Etwa 3,6 Milliarden Menschen haben bereits Wasserleitungen in ihrem Zuhause bzw. in nächster Nähe. Trotzdem haben 884 Millionen Menschen kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung, ein Drittel von ihnen - 328 Millionen - lebt im südlichen Afrika.

www.unicef.de

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