ancJohannesburg (epo.de). - Bei der Parlamentswahl in Südafrika hat der Afrikanische Nationalkongress (ANC) knapp eine Zweidrittelmehrheit verfehlt. Wie die nationale Wahlkommission bekannt gab, kam der ANC, der die Regierungspartei stellt, auf 65,9 Prozent der Stimmen und kann damit nicht aus eigener Kraft Verfassungsänderungen durchsetzen. Die Demokratische Allianz (DA) erreichte als stärkste oppositionelle Kraft 16,7%, der Volkskongress (COPE) kam auf 7,4 Prozent.

Die Wahl von ANC-Chef Jacob Zuma zum neuen Präsidenten gilt damit als sicher. Der Volkskongress, der sich nach der Entmachtung des Ex-Präsidenten Thabo Mbeki im vergangenen Jahr vom ANC abgespalten hatte, errang 30 Sitze, die DA steigerte die Zahl ihrer Mandate von 50 auf 67. Dem ANC fehlen für die Zweitdrittelmehrheit zwei Sitze. Die Wahlbeteiligung lag bei 77 Prozent.

Der ANC, der seine Popularität aus seinem jahrzehntelanden Kampf gegen die Apartheid bezieht, hatte bei allen Parlamentswahlen seit 1994 mehr als 60 Prozent der Stimmen erobern können. Bei den Wahlen 2004 waren es sogar knapp 70 Prozent. Diese Mal fehlen ihm jedoch zwei Sitze zur Zweidrittelmehrheit.

Die soziale Spaltung des Landes spiegelt sich auch in den Ergebnissen der gleichzeitig abgehaltenen Wahlen zu den Provinzparlamenten wieder. In der reichen Provinz Western Cape konnte die DA erstmals eine Mehrheit erringen (51%). Der ANC siegte in der Hochburg der Inkatha Freedom Party in der Provinz KwaZulu-Natal.

Die Afrikanische Union (AU) und die Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft (SADC) erklärten die vierten Wahlen seit der Abschaffung der Apartheid 1994 für frei und fair.

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