Umweltaktion auf der Spree in BerlinParis (epo.de). - In Paris treffen sich am Montag und Dienstag auf Einladung der französischen Regierung "hochrangige Vertreter" der 16 größten Industrie- und Schwellenländer (Major Economies) zu Beratungen über den Klimaschutz. Im Mittelpunkt sollen Fragen zur mittel- und langfristigen Verringerung von Treibhausgasen sowie zur Klimafinanzierung stehen. Von deutscher Seite nimmt Bundesumweltminister Sigmar Gabriel an dem Treffen teil.

Die "Major Economies"-Konferenz ist nach Angaben des deutschen Umweltministeriums (BMU) in der Folge einer Konferenz zu sehen, zu der US-Präsident Barack Obama einen Monat zuvor die Staaten mit den höchsten Treibhausgas-Emissionen nach Washington eingeladen hatte. Laut BMU geht es darum, "den Boden für erfolgreiche Verhandlungen zu einem post-2012-Abkommen zu bereiten, das im Dezember in Kopenhagen beschlossen werden soll. Die Gespräche im Kreis der größten Schwellen- und Entwicklungsländer sollen dabei eine vertrauensbildende Debatte der verschiedenen Positionen ermöglichen und Lösungsansätze für die wesentlichen Reibungspunkte der internationalen Klimaverhandlungen aufzeigen."

"Die Finanzierungsfrage ist auch eine Frage der Gerechtigkeit!, sagte Gabriel im Vorfeld des Pariser Treffens. "Die Entwicklungsländer, die den globalen Klimawandel am wenigsten zu verantworten haben, leiden am meisten unter seinen Folgen. Die großen Industrieländer müssen sich dieser Verantwortung stellen und den Aufbau klimaverträglicher Wirtschaftstrukturen sowie die Anpassung an den Klimawandel finanziell unterstützen. Der Kohlenstoffmarkt wird eine entscheidende Rolle bei der Generierung der Mittel spielen müssen. Zur Gerechtigkeit gehört jedoch auch, dass wir darüber reden, welchen Beitrag die größten Schwellenländer leisten können." Darüber hinaus solle in Paris diskutiert werden, wie Erfolg versprechende Klimatechnologien, beispielsweise Solarkraftwerke, weltweit voran gebracht werden können.

Die Erkenntnis, dass die Entwicklungs- und Schwellenländer unverschuldet die Lasten einer Anpassung an die von den westlichen Industrienationen verursachte Erderwärmung tragen und dafür entschädigt werden müssen, ist nicht neu. Bislang hatten sich die Industriestaaten aber geweigert, konkrete Zahlen zu nennen. Auch das Pariser Treffen dürfte daran nichts ändern - schließlich wollen USA und EU beim Gipfel im Dezember in Kopenhagen noch mit positiven Meldungen glänzen. Die Entwicklungsländer machen Schritte zur eigenen Reduktion von Emissionen jedoch von konkreten Verpflichtungen der Industriestaaten abhängig.

Die USA hatten bei dem Treffen in Washington zum ersten Mal eigene Vorschläge zur Emissionsminderung vorgelegt, freilich ohne ins Detail zu gehen und unter dem Niveau, das die meisten Wissenschaftler als dringend geboten ansehen.

Gabriel forderte vor dem Pariser Treffen "die wirtschaftlich rasant wachsenden Schwellländer wie China und Indien" auf, "sich nicht länger hinter den USA zu verstecken und eigene Vorschläge zu machen. Auch diese Länder müssten ihrer immer stärker werdenden Rolle gerecht werden und eigene Beiträge zum Klimaschutz leisten."

www.bmu.de

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