indonesien_erdbeben_090902_150_unBerlin (epo.de). - Einen Tag nach dem schweren Erdbeben in Indonesien haben die Behörden des südostasiatischen Inselstaates erstmals detailliert über das Ausmaß der Katastrophe berichtet. Nach Angaben des nationalen Krisenstabes wurden in der Region Westjava mindestens 46 Menschen getötet, mehr als 400 wurden verletzt. Zahlreiche Menschen werden noch vermisst. Rund 18.000 Häuser seien zerstört oder beschädigt und 5.000 Menschen auf der Flucht.

Das Erdbeben mit einer Stärke von mehr als 7 auf der Richterskala löste Erdrutsche aus. Mindestens 42 Menschen würden noch unter den Erdmassen vermutet, teilte ein Behördensprecher mit. Nachbarstaaten wie Japan und Australien boten ihre Hilfe an.

Die Diakonie Katastrophenhilfe hatte sofort nach dem schweren Erdbeben in Indonesien damit begonnen, Nahrungsmittel und Medizin zu verteilen. Die Mitarbeiter des evangelischen Hilfswerks vor Ort berichten von schweren Zerstörungen im Südwesten der Halbinsel Java. "Tausende Häuser in den Dörfern entlang der Küste sind sehr stark beschädigt", heißt es in einem ersten Lagebericht. Die Diakonie Katastrophenhilfe hat ein Projektbüro in Indonesien. Mitarbeiter kauften Hilfsgüter in der Stadt Bandung und brachten sie in das rund zwei Stunden entfernte Dorf Pengalengan. Benötigt werden Nahrungsmittel, Notunterkünfte, Matten und Decken.

Der Leiter der Programmabteilung Diakonie Katastrophenhilfe, Volker Gerdesmeier, sagte, das Hilfswerk sei gemeinsam mit Partnerorganisationen vor Ort in dem am schwersten betroffenen Gebiet tätig. Auch die Dörfer seien betroffen, in denen die Diakonie Katastrophenhilfe gegenwärtig ein Projekt zur Vorsorge im Katastrophenfall gestartet hat, das später von der Schwesterorganisation "Brot für die Welt" weitergeführt werden soll.

Die Diakonie ist auch in engem Kontakt mit weiteren Mitgliedern des globalen kirchlichen Hilfsnetzwerks ACT (Kirchen helfen gemeinsam) vor Ort, um mit ihnen mögliche Hilfsmaßnahmen abzustimmen. Die Mitarbeiter vor Ort fürchten, dass die Zahl der Toten weiter steigt. Sie verweisen darauf, dass das Beben mehrere Erdrutsche ausgelöst hat, die Dörfer unter sich begraben und Zufahrtswege blockiert haben.

Die Kindernothilfe stellte ihrem Partner YEU für die Betroffenen des Erdbebens in West Java bei Jakarta 10.000 Euro als Soforthilfe zur Verfügung. Das teilte die Organisation am Donnerstag in Duisburg mit. Mit dem Geld soll die Erstversorgung der Menschen gewährleistet werden.

Wie Ejodia Kakoensi, Kindernothilfe Koordinatorin in Indonesien, berichtete, wurden mit dem Geld bereits die ersten konkreten Hilfsmaßnahmen eingeleitet: "Seelsorger und örtliche Katastrophenhelfer sind im Einsatz. Sie sollen sich vor allem um die Kinder kümmern, die durch die Katastrophe teilweise von ihren Familien getrennt wurden oder ihr Zuhause verloren haben. Die nächsten Tage werden dann zeigen, wo der Bedarf am größten ist."

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