unctadGenf (epo.de). - Eine Politik der Verringerung der Auswirkungen des Klimawandels läuft Entwicklungszielen nicht zuwider, sondern bietet durch einen wirtschaftlichen Strukturwandel enorme Chancen für eine tragfähige Entwicklung. Dieser Überzeugung ist die UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) in Genf, die in ihrem jüngsten Bericht auch auf den  Klimawandel eingeht.

Im "Trade and Development Report 2009" (TDR) heißt es unter der Überschrift "Climate change mitigation and development", der notwendige wirtschaftliche Strukturwandel zur Verringerung der Treibhausgas-Emissionen und der Begrenzung der Erderwärmung könne nicht den Marktkräften allein überlassen werden. Entwicklungsländer, die vom Umbau hin zu "grünen Technologien" proftieren wollten, müssten eine "pro-aktive Industriepolitik" verfolgen.

Die UNCTAD warnt, die Entwicklungsländer hätten nach wissenschaftlichen Erkenntnissen am meisten unter den Folgen der Erderwärmung zu leiden. Der Temparaturanstieg könnte bis zum Ende des Jahrhunderts sechs Grad Celsius betragen. Eine Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 2 bis 2.5 ºC bis 2050 sei notwendig, setze aber klimafreundliche Konsum- und Produktionsstrukturen weltweit voraus.

Wirtschaftliche Folgen des Klimawandel nach Regionen. Quelle: UNCTAD

Wirtschaftliche Folgen des Klimawandel nach Regionen. Quelle: UNCTAD
Die Ökonomen der UNCTAD sehen vor allem die Industriestaaten in der Pflicht, die für den weitaus größten Teil der bisher emittierten Treibhausgase verantwortlich sind. Die Entwicklungsländer könnten ihre Aussichten auf wirtschaftliche Entwicklung und eine Verringerung der Armut aber beträchtlich verbessern, wenn sie ihre Energieerzeugung und ihre Produktions- und Konsumgewohnheiten ebenfalls ändern. Dafür seien staatliche Regulierungen notwendig, die saubere Energien und Technologien förderten, erklärte UNCTAD Generalsekretär Supachai Panitchpakdi:

"Proactive policies are therefore needed, including subsidies and public acquisition of patents, to advance technological progress and accelerate the process of catching up from past underinvestment. Moreover, experience shows that technological change advances faster when the public sector takes the lead in R&D and in the practical application of new technologies."

Treibhausgase nach Sektoren. Quelle: UNCTAD

Treibhausgas-Emissionen nach Sektoren. Quelle: UNCTAD
Die Ökonomen der UNCTAD vergleichen den notwendigen Strukturwandel mit Prozessen wie der Mechanisierung, Motorisierung oder Digitalisierung. Die Umstellung auf grüne Technologien biete enorme Wachstumschancen. Der Markt für erneuerbare Energien und grüne Technologien werde voraussichtlich schneller wachsen als jeder andere Markt, und Länder, die dabei vorangingen, könnten am meisten davon profitieren.

Einige Entwicklungsländer könnten beim Umbau der Wirtschaft von natürlichen Vorteilen wie starker Sonneneinstrahlung profitieren, heißt es in dem Bericht. Es gelte, solche Strategien in nationale Entwicklungspläne zu integrieren. Internationale Abkommen böten in diesem Bereich mehr Spielraum für eine Subventionspolitik als andere Wirtschaftssektoren. So könnten Entwicklungsländer etwa die Flexibilität der Welthandelsabkommen der WTO nutzen, das für "globale Güter" wie die Erhaltung des Klimas im Abkommen über Trade-Related Aspects of Intellectual Property Rights (TRIPS) den Patenschutz nicht so hoch bewerte wie in anderen Bereichen.

www.unctad.org

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