Erdbeben vor Sumatra. Quelle: ReliefwebPadang/Berlin (epo.de). - Nach zwei schweren Erdbeben auf der indonesischen Insel Sumatra sind erste internationale Hilfsmaßnahmen angelaufen. Nach Angaben der lokalen Behörden wurden tausende Menschen unter ihren Häusern verschüttet. Das Epizentrum beider Beben der Stärke 7,6 beziehungsweise 6,8 auf der Richter-Skala, die Sumatra am Mittwoch und Donnerstag heimsuchten, lag in der Nähe der Stadt Padang. Hunderte Todesopfer wurden bereits bestätigt. "Alles deutet auf eine große humanitäre Katastrophe hin", sagte Manuela Roßbach von Aktion Deutschland Hilft (ADH). "Nach unserer Erfahrung wird das volle Ausmaß der Katastrophe erst in einigen Tagen erkennbar werden."

In der Hafenstadt Padang mit rund 900.000 Einwohnern brachen ein Einkaufszentrum, eine Moschee, viele Brücken und hunderte Wohnhäuser zusammen. Mehrere Bündnispartner von Aktion Deutschland Hilft sind seit dem Tsunami 2004 und dem letzten Erdbeben am 2. September in Indonesien engagiert: Internationale und deutsche Mitarbeiter der Hilfsorganisationen ASB, CARE, Johanniter, HELP, Malteser und World Vision sind auf dem Weg ins Katastrophengebiet, um so schnell wie möglich humanitäre Hilfe zu leisten.

Die Hilfsorganisation action medeor sendet ein Emergency Health Kit in die Region, mit dem 10.000 Menschen mit Medikamenten versorgt werden können. Weitere Bündnispartner von Aktion Deutschland Hilft sondieren zurzeit ebenfalls die Hilfsmöglichkeiten.

Caritas-Helfer machten sich von Jakarta, Medan und Banda Aceh auf den Weg in das Katastrophengebiet. Nach Angaben der Organisation sind wichtige Verbindungsstraßen gesperrt und Telefonnetze außer Betrieb. Caritas-Mitarbeiter gehen davon aus, dass viele Opfer des Erdbebens im Umland von Padang zu vermuten sind. Dort werde die Bergungsarbeit zusätzlich durch Erdrutsche in der Regenzeit erschwert.

Ein Durchkommen auf dem Landweg sei nur schwer möglich, da zahlreiche Straßen durch Erdrutsche und Trümmer versperrt sind, berichtete World Vision. Das Hotel Ambacang, das etwa 20 Minuten vom Flughafen entfernt liegt, wurde nach Angaben von indonesischen World Vision-Mitarbeitern völlig zerstört. Etwa 200 Gäste befinden sich möglicherweise noch unter den Trümmern.

"Um Verschüttete lebend zu bergen, zählt jetzt jede Stunde. Wir brauchen Verbandsmaterial, Decken, Plastikplanen und Moskitonetze, um die Menschen, die jetzt obdachlos sind, zu versorgen", sagte Martin Hahn, Leiter der Auslandshilfe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).

70 Rettungsteams vom Indonesischen Roten Kreuz, die für Katastrophenrettung besonderes ausgebildet sind, bergen laut DRK zur Zeit Verschüttete und leisten Erste Hilfe im Erdbebengebiet. Das Deutsche Rote Kreuz hat seinen indonesischen Kollegen Unterstützung angeboten. Das DRK hat ein Katastrophenlager in Kuala Lumpur (Malaysia). Dort werden Decken, Kochausrüstung, Moskitonetze, Plastikplanen und andere Hilfsgüter gelagert, die so schnell nach Indonesien gelangen könnten. In Deutschland stehen mobile Trinkwasseranlagen, Gesundheitsstationen und ein komplettes mobiles Krankenhaus samt Personal bereit.

Die Regierung Indonesiens, die die Hilfsmaßnahmen koordiniert, stellte zehn Millionen US-Dollar Soforthilfe bereit und entsandte 130 Ärzte sowie Rettungskräfte und Militärflugzeuge in die Region. Die Überlebenden einer solchen Naturkatastrophe benötigen in den ersten Tagen insbesondere Notunterkünfte, Nahrungsmittel, sauberes Trinkwasser und notfallmedizinische Versorgung. Mindestens sechs Katastrophenhilfe-Teams der Regierung und ein UN-Team erstellen derzeit eine Bestandsaufnahme der am dringendsten benötigten Hilfsmaßnahmen in Padang und der Region.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat für die Opfer der schweren Erdbeben auf Sumatra eine Million Euro Sofort- und Nothilfe angekündigt. Die Verwendung der Mittel werde derzeit mit Hochdruck geprüft, teilte das BMZ am Donnerstag mit. Entscheidend sei, dass die Hilfe die Menschen im Erdbebengebiet schnell erreiche.

Am 2. September waren auf Java bei einem Erdbeben der Stärke 7,2 Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Vor Sumatra lag auch das Epizentrum des Bebens, das am 26. Dezember 2004 den verheerenden Tsunami im Indischen Ozean auslöste, bei dem rund 230.000 Menschen ums Leben kamen.

Spendenkonten:
  • Aktion Deutschland Hilft: Spendenkonto 10 20 30, 
Bank für Sozialwirtschaft (BLZ 370 205 00), www.aktion-deutschland-hilft.de
  • Caritas international, Freiburg, Spendenkonto 202 bei der Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe BLZ 660 205 00, Stichwort „Erdbeben Sumatra“, www.caritas-international.de
  • DRK, Spendenkonto: 41 41 41, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ: 370 205 00, Stichwort: "Südostasien", www.drk.de
  • Diakonie Katastrophenhilfe, Stuttgart, Spendenkonto 502 707 bei der Postbank Stuttgart BLZ 600 100 70, Stichwort „Erdbeben Sumatra“, www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

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