palmoel_landraub_150Berlin (epo.de). - Mit einer Protestaktion haben Menschenrechts-, Umwelt- und Entwicklungsorganisationen am Donnerstag in Berlin auf schwere Menschenrechtsverletzungen auf kolumbianischen Palmölplantagen hingewiesen. Die NGOs übergaben 10.000 Protestunterschriften an die kolumbianische Botschaft und das Bundesumweltministerium. Sie forderten einen Importstopp für kolumbianisches Palmöl, wenn bei dessen Produktion Menschenrechte und Umweltschutz nicht gewährleistet sind.

Trotz ihres eindeutigen Rechtsanspruches könnten vertriebene afrokolumbianische Gemeinden nicht auf ihr Land zurückkehren, kritisierten die NGOs, darunter Brot für die Welt, Misereor, Pax Christi, FIAN und terre des hommes. Unterdessen gehe der Kahlschlag für Palmölplantagen weiter. Ein Teil des dort produzierten Palmöls gehe als Biokraftstoff nach Deutschland. Die Initiatoren der Kampagne forderten von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU), dass Palmöl aus Kolumbien nicht nach Deutschland gelangen dürfe, wenn bei der Produktion Menschenrechte und Umweltschutz nicht garantiert sind. In Kolumbien wird die Petition dem Menschenrechts-Beauftragten der kolumbianischen Regierung Carlos Franco übergeben.

"Die kolumbianische Regierung muss das Land wieder an die rechtmäßigen Besitzer in Curvaradó zurückgeben. Es ist ein Skandal, dass dies trotz eindeutiger Rechtslage nicht geschieht und schwerste Menschenrechtsverletzungen ungeahndet bleiben", erklärt Alexandra Huck vom Verein "kolko - Menschenrechte für Kolumbien".

"Seit Jahren kämpfen die Menschen vergeblich um Rückkehr und Entschädigung. Die lebensnotwendigen Felder der Kleinbauern haben sich durch den Palmölanbau in 'Grüne Wüsten' verwandelt. Die Regierung verschließt die Augen davor, dass tausenden Menschen ihre Existenzgrundlage geraubt wurde“, sagte Evelyn Bahn vom INKOTA-netzwerk.

Reinhild Benning, Agrarexpertin des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), kritisierte, in der in Deutschland geplanten Nachhaltigkeitsverordnung fehlten unter anderem Sozialstandards. "Das Beispiel Kolumbien zeigt, wie gravierend das Fehlen von Umwelt- und Menschenrechtsstandards ist. Nutzer wie die Betreiber von Blockheizkraftwerken sollten Palmöl daher meiden."

"Unsere Recherchen haben gezeigt, wie undurchsichtig das Importgeschäft mit Palmöl ist. Wir erwarten von der Bundesregierung, die sich für nachhaltige Biokraftstoffe ausspricht, dass sie hier für Transparenz sorgt. Solange diese Probleme nicht gelöst sind, müssen Palmölimporte aus Kolumbien vorläufig gestoppt werden", forderte Thomas Hirsch von Brot für die Welt.

www.kolko.de
www.inkota.de

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