transfair_100Bonn (epo.de). - Der Faire Handel in Deutschland hat im vergangenen Jahr um 26 Prozent gesteigert werden können. Verbraucherinnen und Verbraucher hätten 2009 Fairtrade-zertifizierte Produkte im Wert von 267 Millionen Euro gekauft, berichtete TransFair bei der Vorstellung seiner Jahresbilanz am Dienstag in Bonn. Kaffee ist nach wie vor das wichtigste Fairtrade-Produkt, gefolgt von Blumen, Fruchtsaft und Textilien aus Fairtrade zertifizierter Baumwolle.

Der faire Konsum stieg damit im sechsten Jahr in Folge. "Gründe für das Absatzplus sind neben der gestiegenen Verbrauchernachfrage auch die größere faire Produktvielfalt, mehr Lizenzpartner, ein stärkeres Engagement des Handels sowie die gestiegene Anzahl der Einkaufsorte", sagte TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath.

Vom Erfolg des Fairen Handels profitieren TransFair zufolge insbesondere die über 800 zertifizierten Produzenten-Organisationen in Afrika, Asien und Lateinamerika, die allein über den deutschen Markt mehr als 36 Millionen Euro Direkteinnahmen erhielten. Die Fairtrade-Gelder würden hauptsächlich dazu genutzt, die medizinische Versorgung, Bildung und soziale Einrichtungen zu verbessern, um eine nachhaltige Entwicklung vor Ort zu unterstützen. "Fairtrade ist ein verlässliches Siegel auf immer mehr Alltagsprodukten und eine klare Stimme in den Debatten um die gerechte Gestaltung der Globalisierung, unserer Wirtschaftsweise, Lebensstilfragen und unser aller Konsumverhalten", sagte Heinz Fuchs, Vorstandsvorsitzender des Vereins TransFair.

Nach Angaben von TransFair wurden im Jahr 2009 5.620 Tonnen Fairtrade zertifizierter Kaffee in Deutschland verkauft. Das entspricht einem Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Fairtrade-Kaffee Absätze in den Supermärkten hätten sich gegen die Preisaggressivität diverser Sonderangebote des Handels behaupten und mit einem leichten Plus von drei Prozent auf 3.920 Tonnen zulegen können. Der Außer-Haus-Markt gewinne zunehmend an Bedeutung. Im Jahre 2009 seien rund 235 Millionen Tassen Fairtrade-Kaffee in über 15.000 gastronomischen Betrieben ausgeschenkt worden.

Fairtrade-Blumen sind nach Kaffee die zweitwichtigste Produktkategorie und legten TransFair zufolge um 40 Prozent auf 67 Millionen Schnittblumen – meist Rosen – zu. Der Bananenhandel sei hingegen ein sehr instabiler Markt. Sinkende Endverbraucherpreise, eine geringere Nachfrage sowie die rückläufigen Absätze bei Biofrüchten insgesamt hätten 2009 auch den Absatz der Bio-Fairtrade-Bananen belastet. 2009 seien 9.500 Tonnen Fairtrade-Bananen verkauft worden. Dies entspreche einem Absatzminus von 19 Prozent.

2009 wurden knapp sechs Millionen Liter fairer Fruchtsaft getrunken - 32 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch Textilien aus Fairtrade-Baumwolle entwickelten sich nach Darstellung von TransFair positiv: 2009 wurden über zwei Millionen Einzelstücke angefertigt. "Damit die Vorteile des Fairen Handels für immer mehr Menschen in Afrika, Lateinamerika und Asien spürbar werden, müssen Unternehmen zukünftig noch kreativer und offensiver Fairtrade-Produkte entwickeln und anbieten", sagte Dieter Overath. Zwei amerikanische Unternehmen, Starbucks und Ben & Jerry's, seien mit gutem Beispiel voran gegangen und stellten die größten Teile ihres Sortiments auf Fairtrade um. "Dies sollte europäischen Unternehmen ein Ansporn sein", so Overath.

Als unabhängige Organisation handelt TransFair nicht selbst mit Waren, sondern vergibt das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte. TransFair wird von 36 Mitgliedsorganisationen unterstützt. Derzeit bieten in Deutschland 150 Lizenznehmer rund 1.000 Fairtrade-Produkte wie Kaffee, Tee, Schokolade, Kekse, Kakao, Honig, Bananen, Fruchtsäfte, Eistees, Wein, Sportbälle, Reis, Rosen und Textilien aus Fairtrade-Baumwolle an.

Fotos: TransFair

www.transfair.org

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