tropenwald_bras_carajas_150Manaus. - Entwicklungsminister Dirk Niebel hat Brasilien weitere Unterstützung beim Schutz des Tropenwaldes zugesagt. Niebel machte sich im Rahmen seiner Brasilienreise von Manaus und Novo Airão aus vor Ort ein Bild von den mit deutschen Entwicklungsgeldern unterstützten Schutzprojekten entlang des Rio Negro. Die gemeinsamen Anstrengungen im Tropenwaldschutz hatten Niebel und Brasiliens Umweltministerin Teixeira zuvor in einem Eckpunktepapier festgeschrieben.

Niebel würdigte das Engagement Brasiliens beim Schutz des Tropenwaldes: "Mit der Einrichtung eines Nationalen Klimawandelplans hat Brasilien international eine Vorreiterrolle übernommen." Danach sollen nationale Emissionen aus dem Ernergieerzeugungsbereich bis 2020 um 166 bis 207 Millionen Tonnen reduziert werden. Der zusätzliche Energiebedarf Brasiliens soll zu 79 Prozent aus erneuerbaren Energien gedeckt werden.

Deutschland beteiligt sich am Amazonas-Fonds, dem weltweit ersten Finanzierungsmechanismus für ein nationales REDD-Regime (Reducing Emissions from Deforestation und Forest Degradation). Der Fonds verfolgt nach Angaben des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) das Ziel, für Entwaldungs-Bekämpfungsmaßnahmen finanzielle Beiträge bei internationalen Gebern, Unternehmen und Privatpersonen einzuwerben.

Bereits Anfang der 1990er Jahre wurde die deutsch-brasilianische Zusammenarbeit im Schwerpunkt Tropenwald mit der Etablierung des Pilotprogramms zur Bewahrung der Tropenwälder (PPG 7) eingeläutet. Das Programm gilt als Beispiel einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen nationalen und internationalen Akteuren zur Erzielung von Lösungen für umweltpolitische Herausforderungen von globaler Bedeutung.

Dirk Niebel sagte dazu: "Wir werden Brasilien weiterhin beim Tropenwaldschutz und bei der Erreichung ehrgeiziger Klimaschutzziele unterstützen. Dadurch tragen wir dazu bei, die Zusage, die die Bundesregierung auf der Weltklimakonferenz 2009 in Kopenhagen gemacht hat - nämlich zusätzliche Mittel für die Unterstützung der Entwicklungsländer bei der Durchführung klimarelevanter Maßnahmen zur Verfügung zu stellen - umzusetzen."

Der Entwicklungsexperte der Fraktion Bündnis90/Die Grünen im Bundestag, Thilo Hoppe, warf Niebel vor, er betreibe "Exportförderung unter dem Deckmantel des Klimaschutzes". Das eigentliche Ziel des Entwicklungsministers sei es, sich den energie-hungrigen Wachstumsriesen Brasilien auch in Zukunft als guten Kunden für deutsche grüne Technologie zu erhalten.

"Was wie eine erfreuliche Nachricht klingt, birgt einige Risiken", erklärte Hoppe. "Das 'Kaufen' von Aufträgen für deutsche Firmen mit Hilfe von Entwicklungshilfe-Beigaben ist sowohl Wettbewerbsverzerrung als auch Missbrauch von Steuergeldern. Mit Niebel wächst die Gefahr, dass internationaler Klimaschutz einzig Schwellenländern zugutekommt, dabei müssen vor allem die ärmsten Länder bei der dringend notwendigen Anpassung an die Folgen des Klimawandels unterstützt werden."

Foto: Amazonas - Quelle: NASA

www.bmz.de

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