caritasFreiburg. - Nach fast einem Jahr andauernder Auseinandersetzungen zwischen Regierung und Regime-Gegnern wächst die Verelendung der Bevölkerung in Syrien. Caritas international hält eine schnelle Ausweitung der humanitären Hilfe auf hilfsbedürftige alte, kranke und behinderte Menschen für dringend erforderlich. Dies sei aufgrund der anhaltenden Gewalt in Syrien jedoch derzeit nicht möglich, berichtete die Organisation am Donnerstag in Freiburg. 



Caritas international, das Hilfswerk der deutschen Caritas, versorgt in Syrien und den angrenzenden Staaten Opfer der Unruhen mit Nahrungsmitteln, Heizgeräten, Babykleidung, Medikamenten und ärztlicher Hilfe. Gut 5.000 Menschen, vorwiegend Flüchtlinge und Vertriebene, konnten nach Angaben der Hilfsorganisation bislang erreicht werden.

Das Leben der Zivilbevölkerung werde durch die Kampfhandlungen beider Konfliktparteien weiter massiv gefährdet, erklärte Caritas International. "Es werden kaum noch Unterschiede zwischen kämpfenden Truppen und der Zivilbevölkerung gemacht. Teilweise werden Unbeteiligte als Schutzschilde missbraucht. Die Berichte, die uns erreichen, sind besorgniserregend", sagte Oliver Müller, Leiter von Caritas international.

Caritas begrüßt deshalb alle politischen und diplomatischen Bemühungen zur friedlichen Lösung des Konfliktes: "Die Not der Menschen wächst von Tag zu Tag. Um die humanitären Probleme lösen zu können, brauchen wir eine politische Lösung der Auseinandersetzungen, keine weitere Militarisierung des Konfliktes", so Müller.

Auch die wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Krieges machten sich zunehmend bemerkbar, so die Caritas. Immer mehr Syrer würden zu indirekten Opfern der Unruhen. So hätten viele Familienväter als Folge des Konfliktes ihre Arbeit verloren und seien deshalb für ihre verarmten Familien auf Nahrungsmittelhilfe und medizinische Versorgung angewiesen. Caritas international unterstützt u.a. in Aleppo über das Bistum und die lokale Caritas verarmte Familien sowie alte und kranke Menschen. Dringend benötigt werden u.a. Heizmaterial und Nahrungsmittel.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat seiner Schwesterorganisation, dem Syrischen Roten Halbmond, rund 300.000 Euro humanitäre Hilfe zur Verfügung gestellt. Mit dem vom Auswärtigen Amt bereitgestellten Geld sollen rund 5.000 Familien mit insgesamt 30.000 Angehörigen im Krisengebiet mit Nahrungsmitteln, Decken, Matratzen und Hygieneartikeln versorgt werden.

"Die Hilfe ist dringend notwendig. Wir sind zutiefst besorgt über die humanitäre Lage in Syrien", sagte DRK-Präsident Rudolf Seiters. Er forderte die Konfliktparteien auf, die Sicherheit der Hilfstransporte zu gewährleisten. Das DRK unterstütze die Bemühungen des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz um eine Waffenruhe im Land, so Seiters.

Die Hilfsgüter sollen in Homs und anderen stark umkämpften Gebieten verteilt werden. Der Syrische Rote Halbmond ist derzeit die einzige Hilfsorganisation, die Zugang zu den Bedürftigen hat. Bereits am 12. Februar hatte der Rote Halbmond zwei Hilfskonvois nach Homs und Bludan geschickt.

www.caritas-international.de
www.drk.de

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