bollywoodStuttgart. - Europas größtes indisches Filmfestival, das 9. Indische Filmfestival Stuttgart, geht in diesem Jahr mit einigen Neuerungen an den Start. Novum Nummer eins: Das Filmfest (18. bis 22. Juli) findet wieder im Herzen der baden-württembergischen Landeshauptstadt statt. "Mit der Rückkehr ins Zentrum der Stadt haben wir dem Wunsch vieler Fans, aber auch Stimmen aus der Politik entsprochen", begründete Festivalleiter Oliver Mahn vom Filmbüro Baden-Württemberg den Wechsel.

Angereiste Festivalbesucher finden nun das Festivalkino nicht mehr am Stadtrand, sondern direkt am Schlossplatz in der Bolzstrasse. Einst konnte der württembergische König zu Fuß vom Neuen Schloß zum 1846 auf unbebautem Gelände eröffneten ersten Stuttgarter Bahnhof gehen. Nach der Eröffnung des heutigen Hauptbahnhofs im Jahre 1922 und dem teilweisen Abbruch des alten Bahnhofs, zog in die erhaltene mittlere Bahnhofshalle ein Kinopalast. Heute führen die repräsentativen Arkaden ins Metropol, einem der modernsten Filmtheater im Südwesten.

Die zweite Neuerung in diesem Festivaljahrgang: Das cineastische Event heißt nunmehr "9. Indisches Filmfestival Stuttgart", der bisherige Name "Bollywood and beyond" taucht nur noch im Untertitel auf. "In Stuttgart sind alle Filmarten und Genres des indischen Kinos zu sehen. Die großen Bollywoodfilme sind ein Teil davon", erklärte Oliver Mahn. Was anfangs ein großer Werbeeffekt war, sorgte in den zurückliegenden Jahren mehr und mehr für Verwirrung. "Bollywood-Fans waren enttäuscht, weil im Programm nur wenige typische Bollywoodstreifen waren. Dagegen schreckte der Begriff Bollywood viele Freunde indischer Filmkunst von einem Festivalbesuch ab", beobachtete Mahn. Deshalb die Präzisierung des Namens.

Momentan entsteht im Filmbüro Baden-Württemberg das Programm für die neunte Festivalausgabe.  Ein erster Blick auf die eingereichten Filme verspricht wieder eine abwechslungsreiche, hochwertige und unterhaltsame Mischung. Programmleiter Roland Fischer: "Das indische Kino befindet sich im Wandel. Es bewegt sich weg vom träumerischen Kino. Klassische Bollywoodfilme kommen kaum noch vor". Diese Entwicklung erlebten auch die Besucher der diesjährigen Berlinale. Bollywood-Filmgott Shahrukh Khan, bislang Garant für märchenhafte Tanz- und Gesangseinlagen, nähert sich dem globalen Mainstream an. Sein Neuling "Don 2" tritt eher in die Fußstapfen der Action-Reihe "Mission Impossible". Starke Dokumentarfilme aus Indien haben nach ersten Sichtungen das Zeug für einen Schwerpunkt des Festivals.

"Wir liefern wieder einen einmaligen Überblick über das neue indische Kino und erwarten auch spannende Gäste aus der indischen Filmmetropole", verrät Festivalleiter Mahn. Ein Schülertag mit einer Ausbildungsbörse, Tanzworkshops und tägliche "Tea Talks", Gesprächspodien mit Experten, runden das Festivalprogramm im Herzen Stuttgarts ab.

"Das Festival vermittelt gleichzeitig die gesamte Breite künstlerischen Wirkens der indischen Filmbranche. Es passt damit hervorragend zum Filmstandort Baden-Württemberg", lobte Winfried Kretschmann, der baden-württembergische Ministerpräsident, das exotische Highlight im Kulturkalender des Bundeslandes. Auf die regionalen, nationalen und internationalen Festivalgäste in der Stadt freut sich Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster. Denn das Festival entstand aus der Städtepartnerschaft zwischen Stuttgart und Mumbai, die seit 1968 existiert. Die Idee zum Filmfestival entstand beim "Stuttgart meets Mumbai Winefestival", das Andreas Lapp, Honorarkonsul der Republik Indien für Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, seit 2004 in der indischen Metropole veranstaltet.

Gemeinsam mit den beiden Kuratorinnen Uma da Cunha in Mumbai und Therese Heyes in Palm Springs stellen Festivalleiter Oliver Mahn und Programmchef Roland Fischer ein Programm zusammen, das Filme aus allen Regionen Indiens berücksichtigt. Dieser repräsentative Querschnitt bringt Filme auf die Leinwand, die etwas über das Land und die Menschen erzählen - ambitionierte Geschichten, die die Zuschauer in ihren Bann ziehen. Das Publikum erlebt Indien ganz aus der Nähe – die Magie eines gespaltenen Landes. "Das Festival wagt es auch, das härteste Indienbild zu thematisieren, den Gegenentwurf zur Vision der technologisch avancierten Industriegroßmacht: Indien als Armutszone", hob ein Filmkritiker der Stuttgarter Zeitung hervor.

Im Filmwettbewerb kürt eine hochkarätige Jury die Gewinner. Verliehen wird der "German Star of India" als Preis für den besten Spielfilm. Der Preis ist mit 4.000 Euro dotiert und wird vom Hauptsponsor Andreas Lapp gestiftet. Die Preise für den Besten Kurzfilm und den Besten Dokumentarfilm sind jeweils mit 1.000 Euro dotiert. Zum vierten Mal wird der "Director's Vision Award" vergeben, der an Regisseure geht, die in ihrem Filmbeitrag ambitioniert den Blick auf einen kulturellen, sozialen oder gesellschaftlichen Missstand richten.

Das Programm für das 9. Indische Filmfestival Stuttgart wird ab Mitte Juni auf der Homepage www.filmbuerobw.de veröffentlicht.

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