aoaBremerhaven. - In Bremerhaven wird sich entscheiden, ob in der Antarktis zwei der weltweit größten Meeresschutzgebiete eingerichtet werden können oder nicht. Das Thema steht auf der Tagesordnung einer Sondersitzung der internationalen Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze in der Antarktis (CCAMLR), die am 15. und 16. Juli auf Einladung der Bundesregierung in der deutschen Seestadt stattfindet. Eine internationale Allianz von Umweltorganisationen fordert von Deutschland politische Führung beim internationalen Meeresschutz.

"Voraussetzung für ein erfolgreiches Ergebnis der Verhandlungen in Bremerhaven sind sowohl eine starke politische Führung seitens des Gastgeberlandes als auch eine bessere internationale Zusammenarbeit", erklärte Steve Campbell, Campaign Director der Antarctic Ocean Alliance (AOA), zu der sich 30 führende Umweltorganisationen zusammengeschlossen haben. Die deutsche Unterstützung sei von unschätzbarem Wert, da das bevorstehende Treffen eine einmalige Gelegenheit für die internationale Gemeinschaft sein werde, "Weitblick beim Meeresschutz zu zeigen". Campbell wertet Deutschlands Rolle dabei als besonders wichtig, weil die guten Beziehungen zu Russland, Norwegen und China dazu beitragen könnten, einen Konsens in Bremerhaven zu erzielen, um zu einer positiven Entscheidung zu kommen.

Die letzte Tagung der antarktischen Schutzkommission zur Einrichtung von Schutzgebieten in der Antarktis war im November 2012 in Australien an den Stimmen Russlands, Chinas und Norwegens gescheitert. Gemeinsam wurde auf Einladung Deutschlands die Entscheidung zu den sogenannten "Marine Protected Areas" (MPAs) auf die Sondersitzung am 15. und 16. Juli in Bremerhaven vertagt.

Ziel der Sitzung ist es, über die Vorschläge zur Einrichtung zweier Schutzgebiete im Rossmeer und an den Küstenregionen der östlichen Antarktis zu entscheiden. Im Erfolgsfall könnten die Delegierten einen für den globalen Umweltschutz bedeutsamen Präzedenzfall schaffen: Die verhandelten Meeresschutzgebiete wären dann die größten Naturschutzgebiete weltweit, annähernd halb so groß wie Europa.

Mögliche Antarktis-Schutzgebiete - AOA

Das "letzte Meer", wie einige Wissenschaftler das Rossmeer in der südlichen Antarktis wegen seiner Ursprünglichkeit nennen, gehört mit zu den noch am wenigsten von Klimawandel, Überfischung und industrieller Verschmutzung betroffenen Ozeanen der Welt. Als kritische Klimareferenzzone und als Klimarefugium für eisabhängige Arten kommt den Gewässern um die Antarktis vor allem wissenschaftlich eine besonders wichtige Funktion zu. Schon seit 1980 untersucht deshalb das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Antarktis intensiv das Weddellmeer, zu dessen Schutz sich die Bundesregierung schon im Jahr 2012 ausdrücklich bekannt hatte.

Wie das Rossmeer und die östliche Antarktis gehört das Weddellmeer zu einem der insgesamt neun Planungsregionen im CCAMLR-Vertragsgebiet des gesamten Antarktischen Ozeans. Insgesamt macht der Antarktische Ozean zehn Prozent der Weltmeere aus.

Fotos © Antarctic Ocean Alliance

antarcticocean.org
www.ccamlr.org
www.deepwave.org

 


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