DEDBonn (epo). - Der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) engagiert sich für umweltfreundlichen Verkehr in Nicaragua. DED-Fachkräfte haben die Polizei bei der Einführung einer technischen Überwachung von Kraftfahrzeugen beraten. Seit April 2005 überprüften von der Polizei zugelassene private Werkstätten Autos und Schwerkraftfahrzeuge auf ihre technische Sicherheit, eine Abgasmessung gehöre auch dazu, teilte der DED aus Anlass der internationale Fachmesse für Verkehrstechnik vom 21. bis 24. September in Berlin mit.

Bisher wurden in Nicaragua laut DED 40.000 Pkws und 5.000 Lkws geprüft, von denen 92 Prozent die begehrte Prüfplakette, die ein Jahr gültig ist, erhielten. Bis Ende nächsten Jahres werden alle Fahrzeuge in Nicaragua, derzeit 320.000, mit einer Plakette versehen sein.  Die Parameter würden kontinuierlich verschärft, bis in drei bis vier Jahren ein europäischer Standard erreicht sei.

Von 1993 bis 2004 ist der nationale Fuhrpark in Nicaragua von 84.000 auf 320.000 Fahrzeuge angewachsen. Die Zahl der Unfälle aufgrund technischer Mängel sei ebenso kontinuierlich gestiegen, so der DED. Das Programm will den Verkehr wieder sicherer machen. "Außerdem verbrauchen die besser gewarteten und eingestellten Motoren weniger Kraftstoff, die Abgase werden sauberer und langfristig wird die Luftqualität in den Städten Nicaraguas besser werden. Nicht zuletzt ist es wichtig, bei der Bevölkerung ein Bewusstsein für nachhaltigen, sauberen und sicheren Verkehr zu schaffen. Das Projekt ist beispielhaft." sagte DED-Geschäftsführer Jürgen Wilhelm.

Die DED-Aktivitäten sind umso wichtiger, als Experten bis 2015 mit einer Verdreifachung der Zahl der Fahrzeuge in dem mittelamerikanischen Land rechnen. Ein weiterer willkommener Effekt des Programms zur Fahrzeugprüfung ist die Entstehung von Arbeitsplätzen und Einkommen. Schon jetzt sind etwa 240 mit Unterstützung des DED vom Ausbildungsministerium INATEC qualifizierte Fahrzeugprüfer im Einsatz. Die Prüfwerkstätten beschäftigen durch die Prüfung und die notwendigen Reparaturen mehr Personal und erzielen durch den Verkauf von mehr Ersatzteilen höhere Einkommen.

Die DED-Fachkräfte waren vor allem an der Konzipierung des Programms beteiligt und koordinieren seit dem Programmstart die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Institutionen - Ministerien, Polizei und Werkstätten. Einen wesentlichen Beitrag hat der DED nach eigenen Angaben zur Normierung der Fahrzeugprüfung von Leicht- und Schwerkraftwagen sowie der Autorisierung von Werkstätten geleistet. Gemeinsam mit INATEC wurden Ausbildungspläne erstellt und Ausbilder für die neun landesweiten Ausbildungsstätten qualifiziert, um die personellen Ressourcen für das neue Arbeitsfeld zu sichern.

Der DED ist in über 40 Ländern weltweit in Programmen und Projekten tätig, die dazu beitragen sollen, die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern. Knapp 2000 Entwicklungshelfer und Mitarbeiter im In- und Ausland sind zurzeit beim DED unter Vertrag.

DED


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