unite against violence womenKöln. – "PolitikerInnen müssen die Not geflüchteter Frauen anerkennen und den Fluchtursachen endlich konsequent entgegentreten." Das hat Monika Hauser, Gründerin der Frauenrechtsorganisation medica mondiale, zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November gefordert. Maßgeblich für eine friedensfördernde Entwicklungs-, Außen- und Sicherheitspolitik sei die Analyse frauenspezifischer Fluchtursachen: systematische sexualisierte Gewalt, Zwangsverheiratung, genitale Verstümmelung, sexuelle Orientierung und Armut. 

Die Vereinten Nationen rufen am 25. November dazu auf, die Welt Orange zu färben und Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu beenden. Noch immer ist jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben von Gewalt betroffen. Der Aufruf ist Teil der von UN Women initiierten Kampagne UNiTE to End Violence against Women campaign des  UN-Generalsekretärs Ban Ki-moon. Der Aufruf ist zudem Startpunkt der„16 Aktionstage gegen geschlechtsspezifische Gewalt“, die vom 25. November (Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen) bis zum 10. Dezember (Tag der Menschenrechte) andauern.

Laut medica mondiale werden viele Frauen und Mädchen auf der Flucht vergewaltigt oder als Zwangsprosituierte verschleppt, misshandelt und getötet. Sollten sie ihr Zielland überhaupt jemals erreichen, sind sie meist noch traumatisierter als vorher.

"Die Politik muss erkennen, dass Frauen auf der Flucht besser geschützt werden müssen und nach ihrer Ankunft besonderer Unterstützung bedürfen." In den überfüllten Unterkünften sind sie laut Hauser häufig erneut sexuellen Übergriffen ausgesetzt. Deshalb fordert Hauser: "Geflüchtete Frauen und Mädchen brauchen abschließbare Sanitäranlagen, eigene geschützte Räume sowie qualifizierte Begleitung."

Nicht alle Frauen und Mädchen schaffen es vor Gewalt zu fliehen. Die Jiyan Foundation for Human Rights hat die erste stationäre Einrichtung für traumatisierte Frauen und Mädchen im Irak eröffnet. Das Schicksal der jesidischen Frauen hat große öffentliche Aufmerksamkeit erregt. Laut Jiyan Foundation, wurden bereits hunderte Überlebende  zur Behandlung nach Europa eingeflogen. Die Jiyan Foundation verfolgt einen anderen Ansatz. "Wir wollen unsere Patientinnen in ihrem gewohnten Umfeld behandeln, in ihrer eigenen Sprache und in Reichweite ihrer Familien und Gemeinschaften", sagte Rangin Raies Mohealdin, Psychotherapeutin der Jiyan Foundation. Die Traumaklinik hat das Ziel, weibliche Überlebende schwerer häuslicher oder sexualisierter Gewalt zu schützen, zu stabilisieren und ihnen zu einem selbstbestimmten Leben zu verhelfen. Die Einrichtung ist ein sicherer Ort, an dem die Patientinnen an Kreativ- und Ergotherapien teilnehmen können und wo sie in feste Tagesstrukturen eingebunden werden.

Jene, die nach Deutschland geflohen sind, müssten jedoch eine echte Zukunftsperspektive erhalten. Dazu gehöre der Zugang zu Sprache, Bildung und Arbeit genauso wie eine trauma-sensible Beratung und Versorgung. Außerdem gelte es, den Familiennachzug zu erleichtern.

medica mondiale drängt auf sichere, menschenwürdige Fluchtwege, zum Beispiel per Fähre, und die Einführung eines humanitären Visums. Schließlich müsse die Beteiligung von Frauen an Friedensverhandlungen, Konfliktlösungen und Krisenprävention endlich umgesetzt werden. Nur so werde ein nachhaltiger Frieden gefördert und neuen bewaffneten Konflikten vorgebeugt.

Seit 1993 setzt sich medica mondiale ein für traumatisierte Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten. In der Folge entstanden Projekte in Bosnien und Herzegowina, im Kosovo, in Albanien, in Afghanistan und in Liberia. Mit ihrem Projektefonds fördert medica mondiale außerdem lokale Frauenorganisation in Burundi, der DR Kongo, Ruanda, Uganda und seit 2015 auch im Nordirak. Neben gynäkologischer Versorgung, psychosozialer und rechtlicher Unterstützung bietet die Frauenrechtsorganisation Programme zur Existenzsicherung und leistet politische Menschenrechtsarbeit.

Quellen: jiyan-foundation.org / medicamondiale.org / unwomen.de


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