gfbvGöttingen. - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) warnt vor neuen Terroranschlägen auf UN-Friedenstruppen in Mali, nachdem dort am Sonntag - dem "Internationalen Tag der Blauhelm-Soldaten" – fünf Blauhelm-Soldaten aus Togo bei einem Angriff islamistischer Terroristen getötet wurden. "Es ist nur eine Frage der Zeit, wann auch deutsche Bundeswehrsoldaten unmittelbar von dieser ständig steigenden Eskalation der Gewalt betroffen sein werden", sagte GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius am Montag in Göttingen.

Die deutsche Bundesregierung müsse sich dringend intensiver mit dieser explosiven Lage beschäftigen und mehr politische Initiativen für eine Befriedung von Nord-Mali entwickeln, forderte Delius. Mit großer Sorge verfolgten Sicherheitsexperten, dass sich die Gewalt immer mehr auch in das Zentrum des Landes verlagere.

Am Sonntag war der Wagen einer Patrouille der UN-Friedenstruppe MINUSMA nach Angaben der GfbV etwa 30 Kilometer von der Stadt Mopti entfernt auf eine Mine gefahren und danach von einem Terrorkommando angegriffen worden. Nur ein Blauhelm-Soldat habe die Attacke schwer verletzt überlebt. Mopti gilt als Drehscheibe zwischen dem Süden und dem seit 2012 umkämpften Norden von Mali. Im Mai 2016 wurden mindestens 21 UN-Soldaten oder malische Militärs bei Angriffen von Islamisten getötet.

Bei einem ähnlichen Angriff waren am 27. Mai fünf malische Soldaten in der Nähe der Stadt Gao zu Tode gekommen. Sie hatten laut GfbV einen Treibstofftransport begleitet, waren ebenfalls zunächst auf eine Mine gefahren und wurden dann von mutmaßlichen islamistischen Kämpfern unter Feuer genommen.

Am 22. Mai war nahe der Stadt Timbuktu ein Telefontechniker angegriffen und getötet worden. Wenige Stunden zuvor hatten Extremisten eine von malischen Soldaten gesicherte Nachschub-Basis nahe dem Ort Goundam angegriffen und dabei einen Soldaten getötet und vier Militärs verletzt. Der stellvertretende Kommandeur der malischen Armee in der Stadt Gao, Hauptmann Salif Baba Daou, sowie ein Soldat starben bei einem Angriff von Islamisten am 11. Mai. Auch ihr Auto war auf eine Mine gefahren und wurde dann von einem Terrorkommando beschossen.

In Gao sind im Rahmen der MINUSMA seit drei Monaten auch 290 Bundeswehrsoldaten stationiert. Im Süden Malis bilden zudem 220 Deutsche malische Soldaten aus. Dieses Projekt im Rahmen des EU-EUTM-Einsatzes soll bis Mitte 2016 auf den Norden ausgeweitet werden.

Quelle: www.gfbv.de 


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