one Berlin (epo.de). - Im Vorfeld der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und Weltbank zeigen sich die internationalen Finanzinstitutionen, aber auch nichtstaatliche Organisationen wie ONE besorgt. Die Finanzmarktkrise könnte zu einer Verschärfung der Armut in den Entwicklungsländern führen, die durch die Nahrungs- und Energiekrise bereits stark getroffen sind.

"Trotz der ernst zu nehmenden globalen Herausforderungen am Finanzmarkt müssen wir dem Reflex widerstehen, handfeste Erfolge im Kampf gegen extreme Armut stehen und liegen zu lassen und uns nur noch auf die entwickelten Nationen zu konzentrieren", warnte Tobias Kahler, Deutschlandchef der entwicklungspolitischen Organisation ONE. "So wichtig eine Stabilisierung der Aktienmärkte in Tokio, New York und Frankfurt ist – wir brauchen auch eine Antwort für den Lebensmittelmarkt in Haiti, die Krankenhäuser in Ruanda und die Bauern in Äthiopien. Sonst wird der Sturm am Finanzmarkt ein Orkan für die Armen", sagte Kahler.

IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn hatte am Donnerstag ähnlich besorgt geäußert, die Industriestaaten dürften die aktuelle Krise nicht als Entschuldigung dafür missbrauchen, sich von lange zuvor gegebenen Zusagen an die Entwicklungsländer zu verabschieden.

Konkrete Pläne für eine sofortige Reaktion auf die Krise der ärmsten Nationen liegen vor. Ein Vorschlag der EU, hierfür nicht genutzte Agrarsubventionen in Höhe von einer Milliarde Euro einzusetzen, liege aber auf Grund von Bedenken der Bundesregierung noch auf Eis, teilte ONE mit.

Handlungsbedarf besteht durchaus, so die Lobby-Organisation: Die weltweit steigenden Nahrungsmittelpreise haben nach jüngsten Angaben der Welternährungsorganisation FAO die Zahl der von Hunger und Unterernährung betroffenen Menschen von 850 auf 925 Millionen Menschen steigen lassen.

Back to Top
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok