Kind in einem Hospital in Srik Lanka. Foto: TamilNetLondon (epo.de). - Nach einem Bericht der Londoner Zeitung "The Times" sind in den letzten Wochen des Bürgerkriegs in Sri Lanka mehr als 20.000 tamilische Zivilpersonen getötet worden. Die meisten Toten, so die "Times", die sich auf Informationen der Vereinten Nationen beruft, seien durch den Beschuss von Flüchtlingslagern durch Regierungstruppen ums Leben gekommen. Am Rand der Lager hatten sich auch Stellungen der Rebellenorganisation "Liberation Tigers of Tamil Eelam" (LTTE) befunden.

Dem Times-Bericht zufolge starben im Verlauf der Offensive der Armee Sri Lankas (SLA) bis Ende April 7000 Zivilisten. Bis zur Verkündigung des Sieges der Regierungstruppen am 19. Mai (epo.de berichtete) seien weitere tausend Zivilisten pro Tag getötet worden.

Die srilankische Armee sprach von einer Übertreibung und blieb nach Angaben der "Times" bei ihrer Behauptung, im Endkampf um den Sieg gegen die LTTE sei kein Zivilist von Regierungssoldaten getötet worden. Militärsprecher Brigadier Udaya Nanayakkara sagte der Zeitung, er könne keine Zahl getöteter Zivilisten nennen. Die Toten gingen aber alle auf das Konto der Rebellen, behauptete er.

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"This is an exaggerated story. Whoever has put up this report has been paid by the LTTE", warf Nanayakkara der "Times" vor. Die Vereinten Nationen beriefen sich laut Zeitungsbericht auf "gut informierte Schätzungen".

Der "Guardian" zitierte am Samstag Sir John Holmes, den Leiter des UN-Büros für die Koordination Humanitärer Angelegenheiten (OCHA) mit den Worten, die Armee Sri Lankas habe selbst in dem schmalen Küstenstreifen, der als "no-fire zone" Zivilisten ein Rückzugsgebiet bieten sollte, schwere Waffen eingesetzt.

Holmes forderte eine unabhängige Untersuchung der Vorwürfe, Regierungstruppen und Rebellen hätten Kriegsverbrechen begangen. Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen hatte mehrheitlich gegen eine solche Untersuchung votiert.

Foto: Screenshot des "Times"-Berichts.

www.timesonline.co.uk


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