economic_freedom_2009_200Toronto/Berlin (epo.de). - Auch in der Wirtschaftskrise, die bislang zu einem globalen Wertverlust von mindestens 15 Billionen US-Dollar geführt hat, werben die Verfechter einer "freien Marktwirtschaft" für möglichst ungezügelte "ökonomische Freiheit". Hongkong ist erneut Spitzenreiter beim Jahresreport "Economic Freedom of the World 2009", gefolgt von Singapur und Neuseeland. Die letzten Plätze unter 141 Ländern belegen Angola, Myanmar und Simbabwe.

Der am Montag vom kanadischen Fraser-Institut in Toronto veröffentlichte Bericht entstand im Auftrag des Economic Freedom Network, eines Verbunds von Forschungsinstituten aus 72 Ländern, dessen deutscher Vertreter die "Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit" (FNF) ist. Deren Vorstandsvorsitzender Wolfgang Gerhardt (FDP) zeigte sich besorgt: "Deutschland stagniert. Andere Länder haben ihre Lektion gelernt und ernten die Früchte einer mutigen Liberalisierungspolitik. Wir dürfen uns nicht mit einer Position im Mittelfeld abfinden. Es wird höchste Zeit, dass wir endlich wieder 'Ja' sagen zu mutigen Reformschritten in der Wirtschaftspolitik." Deutschland rutschte auf der Skala der Länder von Platz 17 im Vorjahr auf Platz 27 ab.

Zu den Ländern, die in der Studie hinsichtlich ihrer "wirtschaftlichen Freiheit" positiv hervorgehoben werden, gehören Litauen, Lettland und Ungarn - Länder, die infolge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise dem Staatsbankrott nahe waren. In Afrika bekommen Ghana und Sambia gute Noten. Kriterien der Einstufung auf dem Index, der auf Daten aus dem Jahr 2007 beruht, sind laut FNF unter anderem "individuelle Handlungsfreiheit, freiwillige Austauschbeziehungen, freier Wettbewerb und die Sicherheit privater Eigentumsrechte".

Die "Gegner der ökonomischen Freiheit" machten das Management der Märkte für die globale Rezession verantwortlich und versuchten diese als Ausrede für staatliche Regulierungen zu benutzen, erklärte der Direktor der Abteilung für Handels- und Globalisierungs-Studien beim Fraser Institute, Fred McMahon. Die Nationen müssten in den Prinzipien der wirtschaftlichen Freiheit festhalten, dann werde die gegenwärtige Krise "aufgehoben und sich in Geschichte auflösen". Andernfalls drohe ein Jahrzehnt der Stagnation und des Abstiegs.

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